• 2013
  • 09.12.
  • 2013.09.12.

Nicht kopieren, sondern kapieren!

Bildautor © Maxie Grüter

Prof. Ellmer und seine Studenten begutachten eine Bodenprobe.

Bildgalerie: Nicht kopieren, sondern kapieren


Eine knappe Dreiviertelstunde hat Peter Kaim Zeit, um den Studenten des 3. Semesters  einen Einblick in die Abläufe auf dem Havellandhof zu geben. Als vorteilhaft erweist sich, dass ein Teil der Studenten bereits am vergangenen Sonnabend auf dem Hof war. Mit dabei Prof. Frank Ellmer, Dekan der landwirtschaftlich-gärtnerischen Fakultät, der den Besuch initiiert hatte. Der gemeinsame Ausflug führt nicht nur zum Milchviehstall und zur Biogasanlage, sondern vor allem  aufs Feld, wo der Landwirt extra ein Bodenprofil angelegt hat. Es zeigt, wie positiv sich der Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten auf die Bodenfruchtbarkeit   auswirkt.  Nun kann Peter Kaim daran anknüpfen , erläutert den Studenten seine Strategie, durch einen nahtlosen Fruchtwechsel für eine ständige Bodenbedeckung und Humussicherung zu sorgen. „Wir hängen da auch mal ne Nachtschicht dran, wenn Not am Mann ist.“ Ob das wirklich  nötig sei, will einer der Studenten wissen.  Zweifellos, erwidert Peter Kaim und verweist auf die Situation Anfang Mai , als der Futterroggen noch spätabends geerntet wurde, um die Restfeuchte im Boden sowie die Vegetationszeit  wieder für das Maislegen nutzen zu können. „Den Acker lassen wir aus ökologischen und ökonomischen Gründen  keinen Tag brachliegen!“


Wie steigt man am besten in eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung ein?  lautet eine weitere Frage. Peter Kaim erinnert sich an seinen Anfang vor 18 Jahren, empfiehlt den Einsatz von Mulchsaat.  Zugleiche gelte es, Zwischenfrüchte und Untersaaten einzuplanen, Reifendrücke anzupassen und vieles mehr. „Dann heißt es, ständig den Boden zu beobachten und auf mögliche Verdichtungen zu untersuchen sowie entsprechend zu reagieren.“ Wichtig sei, so das Fazit, das Prinzip zu verinnerlichen. „Es geht nicht darum, es zu kopieren, sondern zu kapieren!“


Es gibt noch weitere Fragen zu beantworten, die anderthalb Stunden  vergehen wie im Fluge. Eine ebenso kurzweilige wie informative Veranstaltung für die Studenten, aber auch für den Praktiker.


Zur gleichen Zeit bereiten sich die Landwirte in  Ribbeck auf das heranziehende  Orkantief Xaver  vor. Sie bringen Teile, die wegfliegen könnten,  in Sicherheit,  verschließen die Stalltore und sichern sie zusätzlich mit Strohballen. Indessen kümmert sich Nancy Matuszewski um die Geschäfte im Büro, erledigt die Post, kontrolliert Zahlungseingänge und –ausgänge, sorgt für die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung. Die gesamte laufende Finanzbuchhaltung wird im eigenen Büro erledigt.  Nachhaltigkeit hat  eben auch mit Zahlen zu tun. Und mit Teamarbeit allemal!

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