• 2013
  • 24.01.
  • 2013.24.01.

Lupinenschrot und demnächst wieder Soja?

Rund 80 Tonnen Lupinen lagern in der Halle neben der Milchviehanlage. Sie werden nach Bedarf durch ein Landhandelsunternehmen in Dienstleistung geschrotet und den Rationen für die Ribbecker Milchkühe beigemengt.  Soll damit Soja ersetzt werden?

„Ja und nein“, sagt Peter Kaim salomonisch. „Natürlich liegt uns sehr viel daran, langfristig über eine eigene Eiweißquelle zu verfügen. Wir wollen weg von Importen, weil die Preise enorm angestiegen sind. Aber das muss doch nicht bedeuten, sich generell von Soja zu verabschieden.“ Im vergangenen Jahr hatten die Ribbecker schon mal versuchsweise diese Kultur angebaut. Die Pflanzen waren gut aufgelaufen, dann jedoch nicht mehr druschfähig, da die Hirse sie weitgehend verdrängt hatte. „In diesem Jahr probieren wir es erneut mit dem Sojaanbau. Den werde ich akribisch begleiten“, versichert Peter Kaim.

Vorerst jedoch sieht er die Verwertung der aus der Region zugekauften Lupinen für eine sinnvolle Alternative. Freilich haben auch die Lupinen ihren Preis. Diese künftig selbst in den Anbauplan aufzunehmen will Kaim nicht gänzlich ausschließen. Er hat allerdings Bedenken, weil bei der Lupinenernte naturgemäß hohe Ertragsschwankungen auftreten und auch der Rohproteingehalt niedriger als bei Soja ist. Unabhängig davon sollen die Berufskollegen aus Merkee konsultiert werden, um deren Erfahrungen beim Anbau und bei der Ernte kennenzulernen. „Man kriegt da immer den einen oder anderen Tipp.“ So wie Kaim immer auch gern bereit ist, seine Erfahrungen weiterzugeben, beispielsweise bei der Lagerung von Lupinen. „Die Körner auf der Oberfläche erhalten eine geringe Dosis Propionsäure. Das zugelassene Futtermittel verursacht einen speziellen, stechenden Geruch, den Katzen so gar nicht mögen. Dadurch lassen sich Verunreinigungen verhindern.“

Nach der Stippvisite in der Lagerhalle steht der Besichtigungstermin eines Ribbecker Grundstücks an. Der Zaun dort war an einer Ecke beschädigt worden, weil der hofeigene Schlepper mitsamt Grubber  zu dicht herangefahren war. Nun soll der Schaden endlich behoben werden. Peter Kaim bespricht die Einzelheiten mit Uwe Fritsche, der im benachbarten Berge einen Energie- und Montageservice betreibt. „Sobald der Boden frostfrei ist, setzen wir neue Pfähle und ersetzen den Maschendraht“, versichert Uwe Fritsche.

Vor unserer Rückfahrt ins Büro macht Peter Kaim noch einmal in Ribbeck Halt. Er verständigt sich mit Werner Krahn über die bevorstehende Versammlung der Jagdgenossenschaft. Der steht Peter Kaim seit 2007 vor.  Werner Krahn überreicht ihm vorab den Kassenbericht. Bei der Zusammenkunft wird es vor allem um das Thema Wildschaden gehen. „Wir müssen den Abschussplan Punkt für Punkt durchgehen“, fordert  Kaim. 

Im Berger Büro ist Nancy Matuszewski gerade mit den Gehaltsabrechnungen der Mitarbeiter beschäftigt. Obwohl für Olaf Möhring, Gero Hübner und Robert Jäkel in den Wintermonaten nur wenig Arbeiten anfallen, beziehen sie ihren Lohn weiter. Für die drei sind im vergangenen Jahr, insbesondere während der Erntezeit, sehr viele Überstunden angefallen. Sie werden jetzt verrechnet, erklärt Peter Kaim. „Manche Betriebe entlassen ihre Mitarbeiter für diese Zeit, wir gehen einen anderen Weg.“ 

Neuland der anderen Art betritt der Havellandhof  ab Mitte kommender Woche. Denn dann verfügt der Havellandhof über eine eigene Internetseite. Unter www.ribbeck-agrar.de beziehungsweise www.kaim-agrar.de können aktuelle Informationen abgerufen werden. Die Praxispartnerschaft mit der BauernZeitung erfolgt dann sozusagen zweigleisig.

 

 

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