• 2013
  • 14.03.
  • 2013.14.03.

Kopfgedanken zum Winterausklang

Auf den Feldern rings um Ribbeck liegt eine mehr als zehn Zentimeter hohe Schneedecke. Die schützt die Wintersaaten, da in den Nächten die Temperaturen bis auf minus zwölf Grad heruntergingen. Peter Kaim nutzt die Zwangspause für Büroarbeiten. Und für „Kopfgedanken“, wie er sagt.

Neben dem Abschluss der Düngebilanz vom letzten Jahr ging es auch darum, das Saatgut für 2013 zu bestellen. Ein Novum: In diesem Jahr plant der Ribbecker Landwirt, auf einem fünf Hektar großen Schlag Wildpflanzen anzubauen. Es handelt sich um ein Gemisch aus rund zwei Dutzend Pflanzen, darunter Eibisch, Schwarze Flockenblume und Wilde Malve, aber auch Sonnenblume, Steinklee, Beifuß und Lichtnelke. „Die bringen nicht nur eine größere biologische Vielfalt, sondern sind auch eine Alternative für die Biogassubstrate, insbesondere den Mais.“ Die Mischung bezieht der Landwirt von der in Schmergow ansässigen Niederlassung einer bayerischen Saatgutfirma. Diese hatte sich am Forschungsvorhaben „Energie aus Wildpflanzen“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau beteiligt, das von Erträgen zwischen 70 und 140 Dezitonnen Trockenmasse je Hektar ausgeht. Zur bioenergetischen Verwertung gesellt sich der Vorteil, dass die hochwachsenden Pflanzen mehrjährig geerntet werden können. „Es kommt dieselbe Technik wie beim Energiegras zum Einsatz, das ist günstig“, so Peter Kaim.   Überdies plant er für dieses Jahr, auf leichten Standorten (30 ha) Sudangras als Zweitfrucht nach Futterroggen anzubauen. Diese Kultur braucht weniger Wasser als der Mais und wird auch nicht so von den Wildschweinen heimgesucht.

Schwarzkittel waren es diesmal zwar nicht, die sich über den fünf Hektar großen Schlag zwischen Marienhof und Ribbeck hergemacht hatten.  Die Schäden sind Kranichen zuzuschreiben, die sich hier in großer Stückzahl aufhalten. Mehr als ein halber Hektar wurde aufgewühlt, und es ist mehr als fraglich, ob der Futterroggen sich auf diesen Stellen noch regenerieren kann.  Das ist ärgerlich, aber nicht zu ändern, meint der Landwirt. „Wenn jedoch Wildschweine an die Wintersaaten gehen, kann ich mich darauf verlassen, dass unsere Jäger eingreifen.“

Nachbarschaftliche Hilfe ist auch für den Ribbecker selbstverständlich. Das Landwirtschaftsunternehmen Krabbenborg aus dem Nachbarort Berge kann keine Gülle mehr lagern geschweige denn ausbringen. Denn das ist laut Verordnung bei einer Schneehöhe von mindestens fünf Zentimeter strikt untersagt. Deshalb werden jetzt rund 275 Kubikmeter in der Ribbecker Biogasanlage verwertet, das Substrat kann der Betrieb in Berge anschließend wieder ausbringen. 

Und noch etwas war in dieser Woche zu bedenken: Die mehrjährigen Verträge mit der Hagelversicherung laufen aus, sind zu verlängern. Aber wie steht es um die Konditionen? Gibt es günstigere von anderen Anbietern? Regulieren diese schon einen Schaden, wenn weniger als acht Prozent des Bestandes betroffen sind? „Ich habe mir dazu Angebote eingeholt, um das zu prüfen“, berichtet Peter Kaim.  „Kopfgedanken“ sind schließlich auch dazu da, Kosten zu sparen.

 

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