• 2014
  • 27.03.
  • 2014.27.03.

Das Praktikum der Frühaufsteherin

© Wolfgang Herklotz

Carolin Richter durfte schon am zweiten Tag hinters Lenkrad.

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„Schon am zweiten Tag durfte ich auf den Trecker“, berichtet sie. „Wenn das kein Vertrauensbeweis war. Bei Praktika in anderen Betrieben habe ich die Technik nur von Weitem gesehen.“ Nachdem Carolin anfangs bei einem Kollegen  auf dem Beifahrersitz gesessen und dann eine Proberunde gedreht hatte, durfte sie schließlich selbst ans Lenkrad. Grünlandpflege war angesagt, mit einer tonnenschweren Walze im Schlepptau. „Das war anfangs totales Neuland für mich, aber mittlerweile bin ich darin ziemlich gut“, versichert Carolin mit einem gehörigen Schuss Ironie. Die ist auch im Spiel, wenn die aus Sachsen-Anhalt stammende Frau schildert, wie sie mit dem Frontlader Futter für das Milchvieh schiebt. Das dauere bei ihr jetzt nur noch eine dreiviertel Stunde, schmunzelt sie. „Klar, bei den Profis hier geht das viel schneller. Aber darauf kommt´s für mich ja nicht an.“ Sondern eher darauf, den Betrieb und seine Abläufe kennenzulernen und Praxiserfahrungen zu sammeln. Denn die kann ein Agrarwissenschaftsstudium gewiss nicht ersetzen.

Zu tun gibt es reichlich: Kälber füttern, Stall ausmisten, bei Reparaturen mithelfen – was alles so anfällt auf dem Hof. Mit dem PS-starken John-Deere-Schlepper zu fahren mache aber besonderen Spaß, betont Carolin. Das frühe Aufstehen auch? „Na klar“, kontert sie, „ich komme doch aus dem Land der Frühaufsteher.“ Sie habe im Unterschied zu so manchen Kommilitoninnen und Kommilitonen auch gern Vorlesungen besucht, die ab acht Uhr morgen begannen. Während des Studiums hatte sie schon begonnen, im Jugendhof im benachbarten Berge zu arbeiten. Dort kümmerte sie sich um Jugendliche, brachte ihnen den richtigen Umgang mit Pferden nahe. „Eine reizvolle Arbeit, die ich ebenso wenig missen möchte wie mein Praktikum auf dem Havellandhof.“ Das in zwei Wochen schon wieder zuende ist, bedauert Carolin. Eine sechsmonatige Weiterbildung in Sachen Klimaschutz und Ressourcenmanagement im hessischen Kassel wird sich anschließen. „Aber ich komme gern wieder.“   

Das Team vom Havellandhof war selbstverständlich auch einer der Gastgeber beim landesweiten  „Zukunftstag“ am 27. März. Neuntklässler des Nauener Gymnasiums nutzten die Gelegenheit, den Betrieb zu besichtigen. Einer Visite des Milchviehstalls und der Biogasanlage schloss sich eine kleine Exkursion aufs Feld an, wo Peter Kaim den Entwicklungsstand der Wintersaaten demonstrierte. „Die Mädchen und Jungen waren sehr wissbegierig und interessiert“, so der Ribbecker Landwirt.  Und berichtet lächelnd, dass einer von ihnen war sogar gekommen war, um etwas über Fischwirtschaft zu erfahren. „Die haben wir leider nicht im Programm.“ Aber wer weiß ....

Wolfgang Herklotz

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