• 2013
  • 10.01.
  • 2013.10.01.

Bodenproben geben Aufschluss

Nach den reichlichen Niederschlägen der vergangenen Tage stehen Teile des Grünlands zwischen Ribbeck und Paulinenaue unter Wasser. Obwohl es auch an diesem grauen Januartag immer wieder regnet, schnappt sich Peter Kaim Eimer und Bodenprobestock. „Ich muss die Zeit nutzen, bevor der nächste Frost kommt. Denn es sind noch mehr als ein Dutzend Proben zu ziehen“, erklärt er. 

Brüssel schreibt vor, den Acker und das Grünland aller sechs Jahre zu untersuchen. Vorsorglich lassen die Ribbecker Landwirte die Ackerböden im Dreijahresrhythmus untersuchen  Dass das Ausreichen von Fördermitteln an Auflagen zum Schutz der Umwelt (Cross-Compliance) gebunden ist, stellt für den Ribbecker Landwirt alles andere als ein lästiges Übel dar. Im Gegenteil: Die Bodenanalyse ist Voraussetzung für eine optimale Düngestrategie. „Wenn ich genaue Kenntnis über die Nährstoffe im Boden und dessen Nachlieferungsvermögen habe, kann ich gezielt Dünger sparen. Das ist gut für die Umwelt, aber auch den Geldbeutel“, erklärt Kaim.

Deshalb lässt er den vom Havellandhof bewirtschafteten Boden über das geforderte Maß hinaus regelmäßig analysieren. Der Ribbecker schickt die selbst gezogenen Proben nicht nur an das Labor des Landeskontrollverbandes in Waldsieversdorf. Eine Zeitlang wurden die Bodenproben aus dem Havelland gar im US-amerikanischen Kinsey-Institut analysiert. Die Auswertungsbögen mit den farbig markierten Schlägen gaben ein deutliches Bild, wie es jeweils um die Anreicherung der Böden mit Phosphor, Bor, Mangan und weiteren Elementen steht. Mittlerweile schickt Kaim ausgewählte Proben von einem guten beziehungsweise schlechten Standort aber nicht mehr nach Übersee, sondern an ein renommiertes Technisches Büro in Wien. „Besonders aufschlussreich waren die Ergebnisse 2010. Das Stickstoffnachlieferungsvermögen unserer Böden reicht von 40 bis 160 kg.“ Das zu wissen und bei der Düngung zu berücksichtigen bedeutet, Tausende von Euro sparen zu können. Die Analysen bestätigen, dass die Ribbecker Böden dank Kalkung einen höheren pH-Wert als in den Jahren zuvor vorweisen. Auf stabil hohem Niveau ist die Versorgung mit Phosphor, Kali und Magnesium. Peter Kaim wertet das als Resultat zielstrebig betriebener organischer Düngung, der Direktsaat und des Anbaus von Zwischenfrüchten. Daher stapft er gelassen mit dem Probestock  übers Grünland, wenngleich jenes so wassergesättigt ist wie schon lange nicht mehr. Zudem steht den nach der milden Witterung enthärteten Winterkulturen Stress bevor, wenn es wieder kalt wird. Doch für Kaim ist das kein Grund zum Pessimismus. „Ich hoffe darauf, dass mit der Kälte auch etwas Schnee kommt, der die Saaten schützt.“     

 

 

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