• 2014
  • 24.01.
  • 2014.24.01.

Biogas-Wärme aus der Region

© Wolfgang Herklotz

Froh, sich für Bio-Wärme aus der Region entschieden zu haben: Familie Hebbe aus Ribbeck.

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Es war der erste Auftrag im neuen Jahr für Nancy Matuszewski, die Abrechnung vorzunehmen.  Akribisch wie gewohnt sorgte sie in ihrer ersten Arbeitswoche dafür. Die Rechnungen verteilte  dann Peter Kaim persönlich. Zu seiner Überraschung waren die Familien über den Verbrauch schon informiert. „Sie hatten bereits ihre Zähler abgelesen und akzeptierten  demzufolge auch, dass eine kleine Nachzahlung von durchschnittlich zehn Prozent anfiel“, berichtet Peter Kaim. Pro Haushalt war ein Grundpreis von einem Euro je Kilowatt Anschlussleistung und ein Messpreis von 0,13 Euro je Kilowatt vereinbart. Für den eigentlichen Verbrauch  wurden  für die Sommermonate  fünf Euro je Megawattstunde angesetzt, für die Wintermonate 55 Euro. Die Nachzahlung hielt sich auch für die Familie Hebbe in Grenzen. „Damit können wir gut leben, weil  die Heizkosten insgesamt viel  günstiger ausfielen als bisher“, versichert Doris Hebbe. „Es war eine richtige Entscheidung, unser Haus an das Fernwärmenetz anzuschließen.“  Neben ihrem Gartentor haben die Hebbes ein Schild angebracht, das belegt: Hier wird Biogas-Wärme aus der Region eingesetzt.

Wenn alles so läuft wie geplant, wird sich die Zahl der Abnehmer von Biogas-Wärme im Ort sogar noch erhöhen. Es gibt zwei weitere Interessenten, die zurzeit die Kosten für den Anschluss prüfen lassen. „Die Kapazität unserer Biogasanlage ist noch längst nicht ausgereizt“,  betont Peter Kaim. Im vergangenen Jahr wurden hier insgesamt 3,7 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugt, von denen weniger als ein Drittel benötigt wurden, um die besagten Haushalte sowie die Werkstatt und die Milchviehanlage des Havellandhofes zu beheizen.  1,7 Millionen Kilowattstunden wurden für die Trocknung von Getreide, Gräsern und Holz verwendet.

Noch nicht zufrieden ist Peter Kaim mit der  Wärmeausbeute im Fermenter selbst, bedingt durch das dickflüssige Substrat, das hier zum Einsatz kommt. Zudem weist  gerade in diesen frostigen Tagen die Rindergülle sehr geringe Temperaturen auf.   Abhilfe kann ein spezielles Rohrsystem mit Warmwasser schaffen, in dem die Gülle aufgewärmt wird, bevor sie in den Fermenter gelangt. Eine in Osnabrück ansässige Firma bietet eine solche Lösung zum Nachrüsten an. Geschäftsführer Johannes Trentmann ist am Donnerstag dieser Woche nach Ribbeck  gekommen, um sich die Biogasanlage anzuschauen und ein Angebot zu machen. „Die technische Umsetzung ist kein Problem“, versichert er.  Geklärt werden muss nur noch, zu welchen Konditionen die Nachrüstung erfolgt.        

Wolfgang Herklotz

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