• 2012
  • 30.08.
  • 2012.30.08.

Austausch unter Berufskollegen

Für diesen Donnerstag haben sich Berufskollegen auf dem Hof angekündigt. Ihr Interesse gilt der Trocknungsanlage. Peter Kaim lässt sich nicht lange bitten, führt die Gäste über den Hof.

Christian Zimmermann und Rüdiger Leppin kommen aus Gumtow im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Betriebsleiter eines Lohnunternehmens der eine, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Görike der andere. Der Betrieb mit umfangreicher Schweinemast betreibt seit etwa einem Jahr eine Biogasanlage, in der bislang ausschließlich Mais und Gülle verwertet werden. „Wir wollen  da mehr Effizienz reinbringen“, erklärt Rüdiger Leppin. „Da wir auch über Grünland verfügen, wäre auch der Einsatz von Grassilage eine Alternative.  Aber wir haben da noch Bedenken.“

Peter Kaim geht mit den Berufskollegen zum Silo neben der Biogasanlage, wo noch ein Teil der im Vorjahr angelegten Silage aus Gräsern, aber auch Ganzpflanzen zu sehen ist. „Top-Qualität“, urteilt Christian Zimmermann, während Peter Kaim darauf verweist, dass die Biogasanlage sehr gut mit den unterschiedlichen Partien zurecht kommt. „Das A und O ist das ordentliche Festfahren und Abdecken der Silage“,  so Kaim. Er empfiehlt zugleich, regelmäßig Restgasanalysen anfertigen zu lassen, weil diese Aufschluss über die Verwertung im „Blechmagen“ gebe. Als positiv habe sich der Einsatz eines zweiten Fermenters als Nachvergärer erwiesen. „Wie sind die Erfahrungen mit dem  Ungarischen Energiegras?“ will Rüdiger Leppin wissen.  Der erste Schnitt sei vielversprechend, der zweite stehe noch aus, antwortet Kaim. „Wir sind noch im Probestadium, deshalb kommt ein stärkerer Anbau von Energiegras derzeit nicht infrage“, erklärt der Ribbecker. Die beiden Besucher überzeugt indes, dass hier verschiedene Kulturen siliert und je nach Bedarf an die Rinder verfüttert oder zu Biogas verwertet werden. Deshalb richtet sich die Häcksellänge beim Mais, so eine weitere Frage, nach dem Freßverhalten der Wiederkäuer.

Wenig später stehen die drei an der Trocknungsanlage, die vor wenigen Wochen erst in Betrieb ging. Beim Verbrennen des Biogases fällt soviel Wärme an, dass nicht nur Werkstatt und Stall, sondern demnächst auch das Schloss, die Kirche und ein Dutzend Wohnungen in Ribbeck versorgt werden können. Die Kapazität reicht zugleich aus, um täglich bis zu 40 Tonnen Getreide zu trocknen, versichert Peter Kaim. „Die Anlage funktioniert gut. Die Kunst besteht allerdings darin, die gewünschten 14,5 % Feuchte hinzubekommen.“ Denn sonst geht Masse beim Getreide verloren.  

Als die beiden Ostprignitz-Ruppiner Landwirte nach reichlich anderthalb Stunden wieder vom Hof fahren, nehmen sie jede Menge Eindrücke und Anregungen für den Einsatz von Grassilage mit. Denkbar, dass in absehbarer Zeit auch in Görike die Abwärme der Biogasanlage genutzt wird, um feuchtes Getreide zu trocknen und vielleicht gar Wohnungen im Dorf zu beheizen.    

 

 

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