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Wohin mit der Gülle?

Den Landwirten im Gut Dummerstorf geht es nicht anders als vielen Berufskollegen in diesen Tagen: Die Gärrest- beziehungsweise Gülleläger sind voll. Dabei verfügt das Gut mit 9 500 m3 Lager für Gärrest und noch einmal 5 000 m 3 in Fermenter und Nachgärer über erhebliche Kapazitäten. Doch die hohen Niederschläge im Januar, die über die Hofentwässerung zum großen Teil im Gärrestbehälter landen, haben die Läger zusätzlich belastet.

Zwar endete die Sperrfrist für das Ausbringen des Pflanzennährstoffs auf landwirtschaftlichen Flächen laut Düngeverordnung  am 1. Februar. Stickstoff- und phosphorhaltige Düngemittel dürfen aber nur auf die Pflanzenbestände, wenn der Boden aufnahmefähig ist. Er darf nicht gefroren oder durchgängig mit mehr als fünf Zentimetern Schnee bedeckt sein. Der Boden darf auch nicht  überschwemmt und wassergesättigt sein, ist in der Düngeverordnung festgelegt. „Wegen der Witterungsverhältnisse können wir derzeit keine Gärreste ausbringen“, bringt Betriebsleiter Klaus Parr das Problem auf den Punkt.

In der vorigen Woche musste man deshalb schon zu einer Sondermaßnahme greifen: Der Nachbarbetrieb von Familie Wiechmann in Pankelow verfügte noch über freie Lagerkapazitäten, so dass insgesamt 900 Kubikmeter Gärrest aus  Dummerstorf dort zwischengelagert werden konnten.  Jetzt sind auch diese Läger voll. Die Dummerstorfer hoffen nun, dass die Wettervorhersage für die nächsten Tage eintrifft. Danach könnten die  Flächen befahrbar sein. „Darauf bereiten wir uns jedenfalls vor“, so Parr.

Von Vorteil wäre das auch aus einem anderen Grund: Die Nmin-Untersuchungen haben ergeben, dass den Pflanzen nicht mehr genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen. „Bei uns wurden Gehalte an pflanzenverfügbarem Stickstoff von 20 bis 30 kg pro Hektar  festgestellt. Mindestens 50 bis 60 kg pro Hektar sind zu Beginn der Vegetation aber wünschenswert“, so Parr. Um dem Mangel zu begegnen, wollen die Dummerstorfer in der kommenden Woche mit der mineralischen Düngung der Winterkulturen beginnen - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

 

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