• 2012
  • 28.11.
  • 2012.28.11.

"Wird Zeit, dass Du wiederkommst"

An den 8. Februar erinnert sich Christian Nowak, als sei es gestern gewesen. Sie hatten den Auftrag, zwei junge Kühe umzutreiben. Als Gummimatten den Gang versperrten, wurden die  Tiere unruhig und begannen, im Kreis zu rennen. Christian versuchte, sie aufzuhalten. Eine Kuh stieß mit ihrem Kopf seine linke Hand gegen ein Stahlrohr. „Gott sei Dank war es die linke Hand, ich bin ja Rechtshänder“, sagt Christian und grinst. Tatsächlich war dies nur ein schwacher  Trost. Der Mittelfinger war gebrochen  und musste operiert werden, berichtet der angehende Landwirt mit Fachhochschulreife im zweiten Ausbildungsjahr aus dem Gut Dummerstorf bei Rostock. Von Anfang Februar bis Ende Mai musste er wegen der Verletzung die praktische Ausbildung unterbrechen, hatte am Ende Glück, dass er alle Prüfungen absolvieren konnte.

Trotzdem bereut Christian keinen Tag in seinem Ausbildungsbetrieb. „Die Kollegen haben sich Sorgen gemacht und sich erkundigt, wie es mir geht. Später, beim Pflügerwettbewerb, wo ich als Beifahrer dabei war, haben sie gesagt: Wird Zeit, dass Du wiederkommst. Du wirst gebraucht. Da hab’ ich mich gefreut“, gesteht der 18-Jährige.

Trotz der Zwangspause hat Christian schon viel gelernt. „Melken, Stroh abfahren, Kälber antränken, Heu wenden,  bei der Geburt von Kälbern helfen,  Mulchen, es ist sehr abwechslungsreich“, so der junge Mann, der seine Reserven aber noch nicht ausschöpft. Meint jedenfalls Betriebsleiter Klaus Parr, der auch Christians Ausbilder in der Feldwirtschaft ist. „In der theoretischen Ausbildung läuft es ordentlich, in der praktischen Arbeit muss Christian sich noch mehr konzentrieren“, wünscht sich Parr. „Abgesprochene Termine für Eintragungen im Berichtsheft müssen eingehalten werden“, mahnt Ausbilderin Heidrun Havemann, zuständig für die Kontrolle der Berichtshefte. „Sie hat ja Recht“, lenkt Christian ein. „Aber alles aufzuschreiben, braucht Zeit.“ „Da solltest Du besser keine Luft ranlassen“, rät Facharbeiter Mathias Severin dem jungen Kollegen. Christian will an den Berichten künftig dranbleiben – schon, um unnötigen Stress zu vermeiden.                   

                                   

 

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