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Von wegen Winterruhe!

Wenn es um den Schutz der Rinder und sichere Betriebsabläufe bei Schnee und Eis geht, überlassen die Verantwortlichen im Gut Dummerstorf nichts dem Zufall. Einen „Tag der Winterbereitschaft“ wie er zu DDR-Zeiten gang und gäbe war, gibt es dem Namen nach zwar nicht mehr. „Die Praxis, dass wir uns mit unseren Servicepartnern frühzeitig beraten, welche Vorkehrungen vor dem Wintereinbruch zu treffen sind, haben wir aber beibehalten“, berichtet Betriebsleiter Klaus Parr.

In diesem Jahr  stimmten die Dummerstorfer Landwirte mit den Kollegen vom Agrardienst Petschow und der Firma Lantec am 12. und 13. November die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit ab. Besonderes Augenmerk in den Tagen danach galt den Entmistungsanlagen in den Ställen. Mitarbeiter überprüften die Funktionsfähigkeit der Schieber und sicherten die Umlenkrollen  mit Rundballen gegen den Frost. Kontrolliert wurden ebenfalls  die Güllepumpen, die Umwälzpumpen für das Tränkwasser und die Rollos an den Stallseitenwänden sowie die Begleitheizungen für Zuführungen und Wasserleitungen im Stall.

Wie sinnvoll diese frühen Vorbereitungen waren, zeigte sich schon am ersten Tag des meteorologischen Winters, am 1. Dezember, als die Temperaturen unter minus 5 ° C fielen. „Eine Umwälzpumpe für die Tränkeversorgung des Jungviehs war defekt. Eine Sicherung fiel, was wir nicht sofort bemerkten. Nachmittags war dann die Tränkeleitung eingefroren“, berichtet Betriebsleiter Parr. Die unterkühlte Leitung wurde rasch aufgetaut.

Beim Melken geht man seit dem Frosteinbruch auf Nummer sicher: Um die Entmistungsanlage funktionsfähig zu halten, ist die Nachtschicht  doppelt besetzt worden. Dass der Winter im Gut Dummerstorf angekommen ist, bekamen auch Mathias Severin und Ingo Jahn zu spüren. Die beiden Mitarbeiter, die maßgeblich die Feldarbeiten im Unternehmen sicherstellen, haben sich am 7. Dezember in die wohlverdiente Winterpause verabschiedet, um ihr während der Erntemonate angewachsenes  Stundenkonto auszugleichen. Doch schon drei Tage später mussten die beiden  zumindest für drei Stunden wieder ran: Bei minus 18 ° C war in der Nacht zum Sonntag die Schleppschaufelanlage beim Jungvieh ausgefallen, ein Antriebsrad gebrochen. „Wir brauchten jede Hand, um die eingefrorene Entmistungsanlage und die Tränken wieder in Gang zu bringen“, so Klaus Parr.

Jetzt sind die Dummerstorfer dabei, eine eingefrorene Gülleleitung aus der Vorgrube zur Biogasanlage wieder funktionsfähig zu machen. Dazu wird das Substrat zunächst mit dem Güllefass abgepumpt. „Sollten die Temperaturen längere Zeit unter 18 bis 20 ° C fallen, werden wir die Schleppschaufelanlage demontieren und die gefrorene Gülle alle zwei Tage mit dem Radlader aus dem Stall abfahren. Das haben wir in den vergangenen Jahren schon öfter praktiziert, es hilft Servicekosten zu sparen“, erläutert der Betriebsleiter, der bei allem zusätzlichen Aufwand, den die winterlichen Temperaturen  verursachen, auch einen positiven Aspekt  hervorhebt: „Unsere Erfahrung ist, das die Kühe bei kalten Temperaturen einen halben bis einen Liter mehr Milch pro Tag geben, vorausgesetzt, die Tränke funktioniert und sie bekommen gutes Futter“.

 

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