• 2012
  • 29.08.
  • 2012.29.08.

Vom „Klingeln“ im Bauch und anderen Kuhkrankheiten

Die Kuh mit der Halsbandnummer 149 war Maren Krüger am Tag zuvor aufgefallen. „Als wir sie kurz vor Mittag zum Melken holen wollten, fiel ihr das Aufstehen schwer. Die Augen waren etwas eingefallen, sie war nicht fit“, erinnert sich die stellvertretende Herdenmanagerin des Gutes Dummerstorf. Sie verständigte Tierärztin Ricarda Reincke, die sich das Tier noch am gleichen Tag ansah. Mit dem Stethoskop hört die Veterinärmedizinerin die Herztöne ab, kontrolliert Kreislauf und Pansenfunktion. Ein Geräusch aus dem Bauchraum lässt die Tierärztin aufhorchen. Das sogenannte Klingeln tritt bei Verdauungsproblemen, der sogenannten Indigestion, häufiger auf. Es kann auf eine Labmagenverlagerung oder zu viel Gas im Blinddarm hindeuten. Ricarda Reincke verabreicht der Kuh eine Infusion zur Stabilisierung des Stoffwechsels und zur Appetitanregung. Sie beauftragt Maren Krüger, das Tier weiter zu beobachten. Sollte der Zustand sich nicht bessern, will sie der Kuh am nächsten Tag eine Stimulanz verabreichen, um die Funktion des Pansens und die Verdauung zu verbessern.

Diese Maßnahme erweist sich jedoch als nicht erforderlich. Ricarda Reincke hört das Tier einen Tag später erneut mit dem Stethoskop ab, untersucht es rektal, prüft den Kot auf Form, Farbe und Geruch, tastet die Gebärmutter ab, beurteilt die Pansenfüllung und ist zufrieden. „Der Kuh geht es schon viel besser, es sind keine Auffälligkeiten festzustellen“, schätzt die Tierärztin ein. Trotzdem bleibt die Kuh vorerst noch im Krankenabteil. Reincke verordnet ein Medikament gegen das Aufgasen. Zudem bekommt die Kuh in den nächsten Tagen eine Extraration Heu, um die Nahrungsaufnahme anzuregen. „Sie kommt wieder auf die Beine“, ist sich die Tierärztin sicher, und wendet sich ihrer nächsten Patientin zu.

 

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