• 2012
  • 30.10.
  • 2012.30.10.

Rübentag mit Resonanz

„Großer Bahnhof“ auf Gut Dummerstorf am 30. Oktober. Rund 250 Landwirte sind gekommen, um sich über neueste Technikentwicklungen zu informieren.

 „Dem Mus gehört die Zukunft. Die Rübe ist optimal aufgeschlossen, das garantiert eine maximale Energieausbeute“, sagt Alexander Marquardt und startet seine auf dem Gutsgelände aufgebaute Technik. Der Lohnunternehmer aus Hülseburg, einer kleinen Gemeinde bei Schwerin, hat die einzelnen Komponenten so angeordnet, dass das Mus per Fließband direkt in die unmittelbar angrenzende Lagune laufen kann.

Rüben per Radlader aufnehmen, in einer großen Trommel mit Wasser reinigen und dabei die Steine aussieben, sie anschließend durch die rotierenden Messer schieben, all das passiert binnen weniger Minuten. 140 Tonnen sind die erklärte Stundenleistung. So kann die gesamte Ernte eines Unternehmens binnen weniger Tage für den späteren Einsatz in der Biogasanlage aufbereitet werden. „Die Rüben sind unmittelbar nach der Ernte in einem optimalen Zustand. Wir haben null Abfall“, ist Lohnunternehmer Marquardt von seinem Verfahren überzeugt.

Reinhard Wickboldt von der Sternberg Baumaschinen GmbH & Co KG in Jördenstorf schwört unterdessen auf  eine Rübenverarbeitung nach jeweiligem Bedarf in der Biogasanlage. Mit einer riesigen Schaufel greift die von der Firma JCB entwickelte Maschine in die Miete, um etwa 1,2 Tonnen Rüben aufzunehmen und im gleichen Moment mit dem Zerkleinern zu beginnen. Dazu läuft im unteren Teil der Schaufel eine mit Messern bestückte Welle. So können immer nur so viele Rübenschnitzel geschnitten werden, wie für die Biogasanlage gerade nötig sind. Das erfordert allerdings eine Lagerung der Rüben bis zur nächsten Ernte. Auch dieses Verfahren findet unter den Teilnehmern Interesse.

Genauso wie die von Huning Maschinenbau völlig neu entwickelte Rübenreinigungstechnik. Dabei verzichtet das Unternehmen aus dem niedersächsischen Melle erstmals auf den Einsatz von Wasser. Traditionell werden Rüben unter Einsatz von viel Wasser gereinigt.  Soviel, dass sie am Ende schwimmen und so auch von Steinen getrennt werden, die am Grund liegen bleiben. Durch das neue Trockenverfahren können nicht nur Kosten gespart, sondern auch die Arbeitsbedingungen vor Ort erheblich verbessert werden. „Wasser und Frost vertragen sich nun mal nicht miteinander. Wenn die Hände frieren und die Mitarbeiter zudem knöcheltief im eiskalten Wasser stehen,  dann ist das wahrlich kein Vergnügen“, warben Toralf Mattäus und Hermann Borgmann für ihr bahnbrechendes Reinigungsverfahren.

Für Betriebsleiter Klaus Parr war der inzwischen bereits traditionelle Rübentag ein neuerlicher Erfolg. Nach zahlreichen Vorträgen am Vormittag im benachbarten Lieblingshof war es vor allem auch der Gedankenaustausch an der gezeigten Technik, der den aus nah und fern angereisten Teilnehmer Anregungen vermittelte, wie die Rübenverarbeitung - speziell für den anschließenden Einsatz in Biogasanlagen - weiter optimiert werden kann.

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