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  • 2013.23.01.

Produzieren und forschen

Produktion und  Forschung mit Partnern aus der Agrarwissenschaft sind für Betriebsleiter Klaus Parr und seine Mitarbeiter im Gut Dummerstorf zwei Seiten einer Medaille. „Als das Gut 1999 gegründet wurde, ist festgelegt worden, dass es als hundertprozentige Tochter der Landgesellschaft im Auftrag der Landesregierung Funktionen eines Lehr- und Versuchsgutes wahrnehmen soll“, erläutert Parr.

Gut Dummerstorf fungiert als Praxispartner der agrarwissenschaftlichen Einrichtungen des Landes und als Praxisbetrieb der studentischen und Lehrlingsausbildung. Es ist zugleich Informationszentrum für beispielhafte Technologien und bauliche Lösungen. „Grundlage der Zusammenarbeit sind Rahmenvereinbarungen, die durch jährliche Verträge über Forschungsleistungen untersetzt werden“, so Parr.

Das Dummerstorfer Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) führt im Gut Forschungen zu Fruchtbarkeit bei Milchrindern und Embryotransfer durch. Das ebenfalls in Dummerstorf ansässige Institut für Tierproduktion der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) berät das Gut zur Fütterung und stellt Untersuchungen zur Kälberfütterung an. Für Auswertungen an der LFA werden Daten zu Milch, Fruchtbarkeit, Medikamenteneinsatz und Klauengesundheit sowie für Stoffwechselanalysen in den verschiedenen Laktationsgruppen erfasst. Einmal monatlich werden Angaben zu Gewicht und Rückenfettdicke von Milchrindern und alle zwei Monate Gewichtsangaben aller Kälber und Jungrinder übermittelt, um die Effektivität der Fütterung zu überprüfen. Das Gut ist zugleich Teil des Testbetriebsnetzes der LFA und Partner des Rinderzuchtverbandes beim Testbulleneinsatz.

Die LFA forscht in Dummerstorf  zum Anbau und Einsatz  von Durchwachsener Sylphie, bayerischen Kräutermischungen und Alcar Powergras als möglicher künftiger Substrate in der Biogasproduktion. Gemeinsam mit der LFA sowie Herstellern von Pflanzenschutzmitteln und  Landtechnik werden Versuche zur Intensität der Bodenbearbeitung über mehrere Fruchtfolgen  sowie zur Unterfußdüngung durchgeführt.

Studenten  der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock nutzen die Versuche zur Bodenbearbeitung als Grundlage für wissenschaftliche Fragestellungen in Bachelor- und Masterarbeiten. Die Agrarfakultät untersucht zudem seit dem Jahr 2000 Drainagewasser von Flächen des Gutes auf Nährstoffauswaschungen. Parallel dazu läuft ein Versuch zur kontrollierten Drainung.

Studenten des ersten Studienjahres der Agrarfakultät  besichtigen das Gut und erhalten hier ihre Einweisung in die praktische Landwirtschaft. Der Betrieb steht ihnen außerdem für Praktika offen.

Auch Studenten der Hochschule Neubrandenburg nutzen das Gut Dummerstorf, wegen der Entfernung allerdings in geringerem Umfang, zur Findung von Themen für Bachelor- und Masterarbeiten. Laut Vertrag sind die Wissenschaftspartner verpflichtet, aus den Forschungen resultierenden zusätzlichen Aufwand beziehungsweise geringere Milchleistungen zu bezahlen. Dabei gehe man fair miteinander um, betont Parr. Beide Seiten profitierten von der Zusammenarbeit. „Wir kennen neueste Forschungsergebnisse mit als erste, können effektivere Produkte und Verfahren frühzeitig in der Praxis anwenden. Zudem weitet die Mitarbeit an den Forschungsprojekten auch den Blick der Mitarbeiter unseres Unternehmens“, beschreibt der Betriebsleiter den Nutzen, den das Gut aus der Wissenschaftskooperation zieht.

 

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