• 2013
  • 06.02.
  • 2013.06.02.

Nutztiervermarktung: Weniger Aufwand, mehr Erlös

Die Milch von 460 Kühen ist die Haupteinnahmequelle des Gutes Dummerstorf. Mit rund 47 000 dt Milch erlöste das Unternehmen im vergangenen Jahr über 1,4 Mio. Euro. Dagegen nehmen sich die zirka 145 000 Euro Einnahmen aus der Vermarktung von Zucht- und Nutzvieh eher bescheiden aus. Desungeachtet widmet Herdenmanager Andreas Heklau dem kleineren Erlösposten große Aufmerksamkeit. „In der Aufzucht steckt viel Arbeit. Wir wollen den Aufwand senken und den Erlös steigern“, verrät Heklau. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Wichtigste Einnahmequelle bei der Vermarktung von Zucht- und Nutzvieh sind Schlachtkühe. Etwa 74 000 Euro erlöste das Gut 2012 aus dem Verkauf von 96 Schlachtkühen und einem Deckbullen an Viehhändler. Darüber hinaus vermarktete das Gut im vergangenen Jahr 213 männliche Kälber vierzehn Tage nach ihrer Geburt für insgesamt knapp 26 000 Euro. Ab der kommenden Weidesaison startet das Gut eine neue Produktionsrichtung: Auf 14 ha Grünland, das bisher dem benachbarten Leibniz-Institut für Nutztier-Biologie als Pferdekoppel diente,  sollen 20 Masthybriden aufgezogen werden. „Da das Grünland maschinell nicht zu bewirtschaften ist, haben wir über Alternativen nachgedacht. Die Aufzucht der Masthybriden, die gleichzeitig das Grünland pflegen, ist einen Versuch wert“, findet Andreas Heklau. Die ältesten Masthybriden sind fast ein Jahr alt und wiegen schon fast 400 kg. Die jüngsten sind erst einige Wochen alt. „Im April werden wir sie auf die Weide bringen und im August oder in den folgenden Monaten, je nach Marktlage, verkaufen“, so Heklau.

Neue Wege geht man seit einiger Zeit auch bei der Vermarktung der weiblichen Kälber. „Viele Jahre haben wir die weiblichen Kälber, die wir nicht für die Reproduktion unseres Bestandes benötigten, als tragende Färsen beziehungsweise als Jungkühe vermarktet. Allerdings blieb der Erlös stets deutlich hinter dem Aufwand und den Kosten für die Aufzucht zurück“, berichtet Andreas Heklau. Nach der neuen Strategie behält man monatlich 15 Kälber und zieht sie auf, um die angestrebte Reproduktionsrate von nicht mehr als 30 % zu sichern. Alle anderen weiblichen Nachkommen werden im Alter von einem bis zwei Monaten über die Rinderzucht Mecklenburg-Vorpommern GmbH an spezialisierte Aufzuchtbetriebe vermarktet. Im vergangenen Jahr waren es 49 Kälber. Durch den frühen Verkauf konnten die Aufzuchtkosten spürbar gesenkt und eine bessere Wirtschaftlichkeit erreicht werden.

 

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