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  • 2012.08.08.

Milchproduktion: Stallklima muss stimmen

Damit die Kühe hohe Milchleistungen vollbringen, muss das Stallklima stimmen. Besonders bei Hitze fressen die Kühe fressen weniger, die Milchleistung sinkt und die Fruchtbarkeit lässt nach.

Die Kühe in den Ställen des Gutes Dummerstorf sind nicht nur gut gebaut, sie vollbringen auch hohe (Milch-)Leistungen. Doch wenn im Sommer die Hitze drückt, haben die Tiere Stress. „Zwar verfügen Rinder über Mechanismen der Thermoregulation. Wenn aber ein bestimmtes Maß überschritten ist, zeigt die Hitze Wirkung. Die Kühe fressen weniger, die Milchleistung sinkt, die Fruchtbarkeit lässt nach. Dem kann man begegnen, wenn man das Stallklima optimiert“, erläutert Christiane Loebsin vom Institut für Tierproduktion der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA).


Stallklima muss stimmen

Mit ihren Kollegen Olaf Tober und Burkhard Hallier führt Loebsin im Milchviehstall des Gutes Dummerstorf verschiedene Untersuchungen zum Stallklima durch. Unterstützt wird das Team von Wissenschaftlern des Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim. Gemessen werden flächendeckend Schadgase, Temperatur und Luftfeuchte, Licht sowie Windgeschwindigkeit und -richtung im Stall.


Ventilatoren allein reichen nicht

„Aussagen dazu sind die Voraussetzung, um das Stallklima positiv zu beeinflussen. Allein Ventilatoren zu installieren, um bei den Tieren einen Kühleffekt zu erzeugen wie vom Fahrtwind, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, reicht nicht aus. Ob Ventilatoren die gewünschte Wirkung erzielen, die bewegte Luft bei den Tieren überhaupt ankommt, ist von mehreren Faktoren abhängig. Die Lage des Stalls, die Einwirkung des Außenklimas, Windrichtung und -geschwindigkeit im Stall spielen dabei eine besondere Rolle“, so Christiane Loebsin.


Windverhältnisse werden gemessen

Die entsprechenden Messungen sind in freigelüfteten Ställen wie dem in Dummerstorf nicht einfach und sehr aufwendig. Um die Komponente Wind im Stallklima zu bestimmen, kommen modernste Untersuchungsgeräte zum Einsatz. So haben die Wissenschaftler drei dreidimensionale Ultraschallanemometer (USA) fest installiert. 24 Stunden am Tag, bei jeder Windrichtung und -stärke werden Werte erfasst. So entsteht über den Moment hinaus ein Bild über den Verlauf der Windverhältnisse im Stall. "Das Windprofil kann flächendeckend ermittelt werden“, erläutert Loebsin.


Edelgas Crypton im Einsatz

Die Potsdamer Kollegen haben zeitweilig zusätzlich 39 Messpunkte eingerichtet. Außerdem wird mit sogenannten Flächenzählrohren erfasst, wohin und wie schnell sich Teilchen des Edelgases Crypton, vom Luftstrom getragen, ausbreiten. „Dies lässt Rückschlüsse auf den Luftwechsel zu“, erläutert Dr. Merike Fiedler vom Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim. „Nur wenn man den Luftwechsel kennt, kennt man den Emmissionsstrom von Gasen und Gerüchen, weiß, was wie aus dem Stall in die Umgebung emittiert wird“, so Dr. Fiedler.


Optimaler Luftwechsel

Alle Untersuchungen zielen auf Empfehlungen und Managementhilfen für die Landwirte. Für die Berufskollegen in Dummerstorf haben die Wissenschaftler gute Nachrichten. „Der Luftwechsel hier im Stall ist deutlich höher als gefordert, auch bei geschlossenen Jalousien im Winter und bei extremen Wetterlagen. Das ist eine Ursache dafür, dass im Stall nur eine ganz geringe Konzentration an Schadgasen festgestellt wurde“, so Christiane Loebsin.

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