• 2012
  • 07.11.
  • 2012.07.11.

Jungvieh macht Biogasmist

Klaus Parr hat lange gegrübelt. „Irgendwie war mir der Einsatz unserer Grassilage für die Biogaserzeugung zu schade. Auf der Suche nach einer Alternative bin ich dann auf den Stallmist aus dem Abkalbe- und dem Kälberstall gekommen“, erzählt der Betriebsleiter des Gutes Dummerstorf. Aber was mit der Gülle auf direktem Wege funktioniert, klappt so mit Stallmist  noch lange nicht. Dafür ist er einfach zu grob, zu luftdurchlässig – keine gute Basis für die Bakterien zur Methanproduktion. Doch gut abgelagert und anschließend kurz und klein gehäckselt, das müsste doch zu machen sein…. Gedacht, getan!

Rund ein halbes Jahr hat Klaus Parr den angefallenen Stallmist auf der Dungplatte liegen lassen. Gut verrottet sollte er sein, bevor er durch die Schredderanlage geschickt wird. Das ist die eigentliche Idee; den Dung so aufzubereiten, das er eine komprimierte Masse bildet, um so den Bakterien im Fermenter eine optimale Biologie, eine hervorragende Angriffsfläche zu bieten. Auf der Suche nach geeigneter Technik bot sich ein Lohnunternehmen in Groß Roge, Landkreis Rostock, an, das vorwiegend auf Deponien im Einsatz ist. Die dort eingesetzte Technik sollte auch mit einem riesigen Dunghaufen fertig werden. Und richtig: Innerhalb von nur zehn Stunden waren 2 500 t kurz und klein geschreddert. „Stets aufs Neue kleine Mengen aufzubereiten, das rechnet sich einfach nicht. Klotzen und nicht kleckern ist angesagt“, reibt sich Klaus Parr die Hände und schaut dabei auf einen wesentlich kleiner gewordenen Dungvorrat. Ohne das der nach der Aufbereitung an Gewicht verloren hat.

Seit einigen Tagen wird im 24-Stunden Rhythmus jeweils eine Tonne davon in die Biogasanlage eingespeist. In den nächsten Wochen soll die Tagesmenge schrittweise auf letztlich drei Tonnen gesteigert werden, um im gleichen Verhältnis auf den Grassilageeinsatz am Ende ganz verzichten zu können. Drei Tonnen Dung sind die Grenze für einen optimalen Bakterieneinsatz, die jetzt behutsam nach und nach an ihr neues Futter gewöhnt werden sollen. Und es scheint ihnen zu schmecken. Schon die allerersten Ergebnisse sind beeindruckend. Der Trockenmasseanteil im Gärrestesubstrat wird sich nach ersten Hochrechnungen von 4,7 auf 5,2 % erhöhen.

Und weil längst nicht der gesamte aufbereitete Stallmist für die unternehmenseigene Biogasanlage benötigt wird, kann mit dem überschüssigen Material zudem das Ausbringen auf dem Acker optimiert werden. Die Düngerstreuer werden weniger belastet, zudem lässt sich erheblich Transportraum einsparen. Weniger Touren, weniger Dieseleinsatz, all das rechnet sich. Ein Schlussstrich unter die gesamte Rechnung soll im Frühjahr gezogen werden. Dann, wenn das geschredderte Material aufgebraucht und die Leistung der Biogasanlage im Vergleich mit dem bisherigen Rohstoffeinsatz detailliert ablesbar ist.

 

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