• 2012
  • 11.05.
  • 2012.11.05.

Gülle und Gärreste effektiv verwerten

 Weil immer mehr Energie aus Biogas erzeugt wird, nimmt das Volumen der anfallenden Gärreste erheblich zu. Gülle und Gärreste so einzusetzen, dass die enthaltenen Nährstoffe optimal als Dünger ausgenutzt und Ammoniakemmissionen stark reduziert werden, bewegt mittlerweile viele Landwirte.

Mit ihren Partnern von der LMS Agrarberatung, der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV, dem Agroservice & Lohnunternehmerverband Nordost und dem Schweriner Agrarministerium lud das Gut Dummerstorf deshalb in dieser Woche zum Diskurs über eine höhere Nährstoffeffizienz von Gülle und Gärresten ein. Auf einer hochkarätig besetzten Vortragstagung skizzierten Experten Stand und Perspektiven beim Einsatz von Wirtschaftsdüngern, Emissionen und diffusen Nährstoffeinträgen sowie Möglichkeiten von Lohnunternehmen zur Unterstützung der Landwirte bei der Düngung mit Gülle und Gärreststoffen. 

Bei einer Maschinenvorführung demonstrierten Lohnunternehmen aus der Region und Landmaschinenhersteller modernste Ausbringeverfahren im Praxistest. Mit etwa 250 Besuchern aus Norddeutschland, Brandenburg und Thüringen fanden Vortragstagung und Feldvorführung eine beachtliche Resonanz. 

Bei der Maschinenvorführung wurden sowohl Ausbringeverfahren mit Schleppschlauch und Grubber, Schleppschlauch mit Segmentabschaltung und leichter Scheibenegge sowie mit schwerer Scheibenegge als auch die Direktausbringung und Injektion  beziehungsweise StripTill / Unterfußdüngung und Direktausbringung mittels Schlitztechnik vorgestellt. Dabei traten die Unterschiede und Besonderheiten der Verfahren zu Tage. „Wir hoffen, den Praktikern  eine Entscheidungshilfe für die Auswahl eines Verfahrens unter ihren Bedingungen gegeben zu haben“, sagte Betriebsleiter Klaus Parr, der für das Gut Dummerstorf die Ausbringung mit Schleppschlauch und Grubber favorisiert: „Wir wenden dieses Verfahren seit 2011 bei der Stoppelbearbeitung an. Nach unserer Erfahrung werden die Gärreste sehr gut mit dem Boden vermischt und die Geruchsbelästigung ist sehr gering.“ Er räumte ein, dass die Direktausbringung, beispielsweise mittels Strip Till, bei bestimmten Kulturen wie Mais effizienter sein könnte. „Allerdings braucht man dafür spezielle Technik. Da muss man  scharf rechnen, wann sich die Investion lohnt.“

Angesichts des großen Interesses denken die Organisatoren  über eine Fortsetzung der Veranstaltung im nächsten Frühjahr nach. Das Thema scheint schon fest zu stehen: „Die Einarbeitung von Gärresten in stehenden Getreide- und Rapsbeständen würde an die Veranstaltung in dieser Woche anknüpfen“, deutete Klaus Parr  an. Ri

 

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