• 2012
  • 18.07.
  • 2012.18.07.

Fruchtbarkeit: Das Team ist gefordert!

Im Gut Dummerfstorf ist Montag Tierarzttag: Die Kühe werden bei Trächtigkeit und wegen Schwierigkeiten mit der Fruchtbarkeit untersucht.

Montag ist im Gut Dummerstorf Tierarzttag. Aus der Praxis von Dr. Bernd Linke in Güstrow ist dieses Mal Dr. Katrin Mießen nach Dummerstorf gekommen. Herdenmanager Andreas Heklau begrüßt die Tierärztin, spricht mit ihr kurz die Aufgaben für die nächsten Stunden ab.


60 Milchrinder zur Untersuchung

Etwa 60 Milchrinder sollen untersucht werden, davon 14 auf Trächtigkeit, 25 mit Schwierigkeiten bei der Fruchtbarkeit und 15 zur Gesundheitskontrolle nach der Kalbung. Alle Kandidaten in dem Boxenlaufstall sind mit einem roten „S“, einem „P“ beziehungsweise einem Kreis auf dem Fell gekennzeichnet.


14 trächtige Kühe

Für den erfahrenen Herdenmanager Andreas Heklau sind die Untersuchungen Routine. Ruhig und ohne die Tiere zu verschrecken, holen Heklau und Mießen ein gekennzeichnetes Tier nach dem anderen heran. In einer Liegebox oder der Ecke des Laufganges zum Stehen gekommen, werden die Kühe von Katrin Mießen untersucht. Dazu führt die junge Tierärztin, die an der Freien Universität in Berlin Tiermedizin studiert hat und seit dem vorigen Jahr in der Praxis von Dr. Linke angestellt ist, bei ihren Patienten den Messkopf eines Ultraschallgerätes rektal durch den Mastdarm an die Gebärmutter und kontrolliert auf dem Bildschirm des Gerätes den Erfolg der Besamung beziehungsweise trächtigkeitsstimulierender Maßnahmen.


Hormonbehandlung trägt Früchte

Bei der Kuh mit der Halsband-Nr. 293 waren die vorherigen Bemühungen der Tierärzte erfolgreich. „Rechts Gelbkörper, links Follikel“, sagt die Tierärztin nach einem Blick auf das kleine Ultraschallgerät auf ihrem rechten Unterarm. Nach einer Hormongabe, mit der eine neue Brunst vorbereitet wird, widmen sich  Andreas Heklau und Katrin Mießen der nächsten Patientin.


Hochleistungskühe leiden unter Energiedefizit

Bei der Kuh mit der Halsband-Nr. 461 hatte der Besamer weniger Glück. „Sie wurde vor 38 Tagen zum ersten Mal besamt. Zur letzten Milchkontrolle zu Monatsbeginn kam die Kuh auf 63 Liter. „Das ist eine sehr hohe Leistung. Um so schwieriger wird es, sie tragend zu bekommen“, spricht Andreas Heklau ein Problem an, von dem viele Hochleistungskühe betroffen sind. „Diese Kühe stecken in einem Energiedefizit, weil sie nicht genügend Nährstoffe aufnehmen können, um bei der hohen Milchleistung auch noch fruchtbar zu bleiben.“


Ziel: 70 % Trächtigkeit

Wie zur Bestätigung das Untersuchungsergebnis von Katrin Mießen: „Nicht tragend.“ Die Tierärztin verabreicht der Kuh ein gering konzentriertes Hormon, das die Fruchtbarkeit stimuliert. Nach zwei Stunden haben Andreas Heklau und Katrin Mießen die letzte Kuh versorgt. An diesem Tag ist die Hälfte der untersuchten Tiere tragend. „Wir streben eine Trächtigkeitsrate von 70 % an. Das ist ein ehrgeiziges Ziel und nur in intensiver Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, Tierarzt und Beratung zu erreichen“, so Herdenmanager Heklau. Im Gut Dummerstorf werden  463 Milchkühe gehalten. Im Milchkontrolljahr 2010/2011 kam die Herde auf 10.601 kg Milch pro Kuh  bei 4,07 % Fett und 3,39 % Eiweiß.

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