• 2013
  • 03.01.
  • 2013.03.01.

Eines der besseren Jahre

In der Rückschau zählt 2012  für das Gut Dummerstorf zu den besseren Jahren. „Bei genauerem Hinschauen lagen Licht und Schatten aber dicht beieinander“, schätzt Geschäftsführer Dr. Thomas Pitschmann ein.

Zwar erhielt das Gut zu Jahresbeginn 2012 von seiner Molkerei DMK noch 33 Cent pro Kilogramm Milch. „Zu dem Zeitpunkt hatten die Düngerpreise aber schon heftig angezogen. Die Lohnunternehmen hatten ihre Preise erhöht, und auch der Kraftstoff war teurer geworden“, so Pitschmann. Als im Jahresverlauf auch noch der Sojapreis explodierte und der Auszahlungspreis der Milch auf 29 Cent pro Kilogramm sank, schrillten die Alarmglocken. „Zur Jahresmitte 2012 war die Milchproduktion nicht mehr kostendeckend“, lässt Pitschmann durchblicken und relativiert damit die Euphorie, die mancherorts die guten Raps- und Getreidepreise ausgelöst hatten. „Dass der Milchpreis sich zum Jahresende wieder der 33-Cent-Marke näherte, war für unser Unternehmen sehr wichtig“, unterstreicht der Geschäftsführer.

Desungeachtet hat der Preisauftrieb bei Futter im Gut zu Konsequenzen geführt. Seit Oktober 2012 ist man dabei, Sojaschrot  in den Rationen der Milchkühe schrittweise durch mehr Rapsprodukte, teilweise mit eingemischtem Futterharnstoff zu ersetzen. „Bis zum Ende des ersten Quartals soll die Umstellung möglichst ohne Leistungeinbußen abgeschlossen werden“, erläutert Pitschmann. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, hat das Gut doch 2012 seine Leistungsfähigkeit mit rund 10 300 kg verkaufter Milch pro Kuh weiter gesteigert. Mit dieser Milchleistung seiner rund 400 melkenden Kühe gehört das Gut zu den zehn Spitzenbetrieben im Land, wobei dies aber nicht vordergründiges Ziel sei: „Wir wollen rentabel Milch produzieren“, betont Pitschmann.
Dazu beigetragen haben im vergangenen Jahr zweifellos die auf unter zwei Prozent gesunkenen Aufzuchtverluste. Die Gesamtverluste bei Kälbern blieben unter sieben Prozent. Fünf Schnitte auf dem Grünland und vom Ackergras in sehr guter Qualität trugen 2012 ebenso zu einer stabilen Futtergrundlage bei wie ordentliche Maiserträge.

Sehr gute Ergebnisse gab es  bei Getreide und Raps. „Durchschnittlich 107 dt/ha Wintergerste, um die 95 dt/ha Winterweizen und 46 dt/ha Raps stellen auch unter den günstigen natürlichen Verhältnissen um Dummerstorf hervorragende Erträge dar“, so Pitschmann.

Die Kulturen waren ohne Schäden durch den Winter gekommen, eine geschlossene Schneedecke schützte vor Kahlfrösten. Wegen der Küstennähe und des guten Wasserhaltevermögens der Böden konnte die Frühsommertrockenheit Getreide und Raps nichts anhaben. „Der entscheidende Punkt für die sehr guten Erträge war aber die exzellente Bestandesführung durch Betriebsleiter Klaus Parr und externe Berater“, betont Geschäftsführer Pitschmann. „Richtig Spass gemacht“ habe bei den gestiegenen Preisen 2012 die Vermarktung von Getreide und Raps. Bei aller Freude darüber sollte aber niemand die teils extrem gestiegenen Kosten aus dem Blick verlieren. Zumal für das Gut 2013 zusätzliche Ausgaben anstehen, darunter allein  42 000 Euro mehr Pachtzins an das Land.

Die Biogasanlage mit 340 kW elektrischer Leistung hat 2012 dank kontinuierlicher Wärme- und Stromproduktion ein sehr gutes wirtschaftliches Ergebnis eingefahren. 2013 steht  allerdings eine Generalinstandsetzung des BHKW an. „Von der erwogenen Erweiterung der Anlage auf über 500 kW haben wir uns vorerst verabschiedet, weil niemand sagen kann, ob nach der avisierten EEG-Novellierung die gesamte neue Anlage oder nur der aufgestockte Teil  nach dem geringeren Einspeisepreis abgerechnet wird“, erläutert Pitschmann.

Beschlossen und fest eingeplant sind dagegen in diesem Jahr wieder Demonstrations- und  Praxistage. Zu den vier Veranstaltungen kamen 2012 mehrere hundert Landwirte  nach Dummerstorf.

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