• 2012
  • 19.09.
  • 2012.19.09.

Direktsaat: Für Dummerstorf keine Option

„Die minimierte Bodenbearbeitung ist in aller Munde. Die Meinungen dazu sind unterschiedlich“, berichtet Klaus Parr, Betriebsleiter des Gutes Dummerstorf.


Großflächenversuche mit Bodenbearbeitung

In dem Betrieb werden entsprechende Verfahren seit dem Jahr 2000 durchgeführt. Seit sechs Jahren laufen in Dummerstorf auf einem Schlag im Rahmen von Fruchtfolge-Rotationen Untersuchungen zu unterschiedlichen Intensitäten der Bodenbearbeitung. Partner sind die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Gülzow, der Landmaschinenhersteller Väderstad und die BASF. „Alle sind sehr an Ergebnissen von Großflächenversuchen interessiert“, so Parr.


Pflug, Direktsaat und Strip Till

Auf dem Schlag werden in viergliedriger Fruchtfolge mit Wintergerste, Winterraps, Winterweizen und Mais angebaut. Es kommen die Verfahren Pflug, Direktsaat und Strip Till (Streifenbearbeitung) mit und ohne Unterfussdüngung zum Einsatz. „In diesem Jahr haben wir uns von der Direktsaat verabschiedet. Unter unseren Bedingungen war das Verfahren keine wirkliche Option, die Erträge blieben unter den Erwartungen“, so Klaus Parr. Tatsächlich erbrachten die verschiedenen Verfahren in den vergangenen Jahren immer wieder sehr differenzierte Ergebnisse. Die stark schwankende Witterung ist dafür eine wesentliche Ursache, erläutert der Betriebsleiter.


Untersuchungen zur Unterfussdüngung

Nach Auswertung der Untersuchungen favorisieren die Dummerstorfer für ihren Standort die Kurzscheibenegge als Stoppelbearbeitungsmaßnahme in einer Tiefe von höchstens 5 cm. Zur Saatbettbereitung kommt ein Grubber in einer Tiefe von 15 bis 18 cm zum Einsatz. „Diese Variante brachte im Schnitt der Jahre die besten Erträge“, so Parr. Seit zwei Jahren laufen in Dummerstorf Untersuchungen zur Unterfussdüngung. Es wurden Versuche angelegt mit und ohne Unterfussdüngung, mit unterschiedlichen Aufwandmengen und mit verschiedener Tiefenablage. Dazu liegen noch keine endgültigen Ergebnisse vor.


Regenwürmer geschont

Statt Direktsaat untersucht man ab diesem Jahr das Strip Till-Verfahren genauer. Bei der Bodenbearbeitung lockert hinter der Strip-Till-Maschine Spirit 400 S von Väderstad ein Meißelschar im Abstand von 35 cm zwischen zwei Drillscharen den Boden in einer Reihe auf. Die Saatkörner werden neben dem aufgelockerten Boden abgelegt, der Boden zwischen den aufgelockerten Reihen bleibt unbearbeitet. Dadurch wird weniger Erde bewegt, die Regenwurmpopulation geschont, die Verdunstung eingeschränkt und Kraftstoff gespart.


Öffentliche Auswertung

Alle Varianten der minimierten Bodenbearbeitung werden im Kerndruschverfahren geerntet und mit der Ertragskartierung des Mähdreschers ausgewertet. Mitarbeiter der Landesforschungsanstalt arbeiten die Ergebnisse auf und werten sie im Spätherbst öffentlich aus. „Von den gesammelten Daten und Erfahrungen können so alle Anbauer von Mähdruschfrüchten im Land profitieren“, betont Klaus Parr.

 

 

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