• 2012
  • 01.08.
  • 2012.01.08.

Damit die Kühe sich wohl fühlen

Andreas Heklau ist sich ganz sicher: „Kühe fühlen sich nur wohl, wenn sie auf gesunden Klauen stehen“. Regelmäßige und fachkundige Pflege ist für den Herdenmanager des Gutes Dummerstorf keine Nebensache und mehr als nur Kosmetik. „Gesunde Klauen und Fundamente sind Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige Milchproduktion. Das schließt das Wohlbefinden, eine lange Lebensdauer und hohe Leistung der Milchkühe ein“, erläutert Heklau.

Zuverlässige und kompetente Dienstleister der Dummerstorfer Landwirte in der Klauenpflege  sind seit  vielen Jahren Olaf Timm (49) und sein Bruder Heiko (40). In der DDR hatte Olaf Timm zunächst Maschinenbauer gelernt, später, dem Beispiel seines Vaters  folgend,  den Abschluß als staatlich geprüfter Klauenpfleger erworben. Seit 1981 arbeitet er in diesem Beruf. „Es stimmt, die Arbeit ist körperlich anstrengend. Wenn ich am Tag die Klauen von  90, 120 oder auch mal 140 Kühen versorgt habe, weiß ich am Abend, was ich getan habe“, sagt Olaf Timm. Dennoch wollen er und sein Bruder so lange die Gesundheit mitspielt dabei bleiben. „Wir haben jeden Tag unser Tun. Man sieht, was man schafft, und es ist ein gutes Gefühl, wenn man hilft, die Tiere  gesund zu halten. Außerdem verdient man nicht schlecht“, lässt Olaf Timm durchblicken.

Ins Gut Dummerstorf werden er und sein Bruder drei Mal im Jahr gerufen. „In unserem Milchviehstall laufen die Kühe auf Gußasphalt. Dieser Belag ist zwar nicht so hart wie Beton, trotzdem ist der Klauenabrieb viel stärker als beispielsweise auf Gummimatten“, erläutert Andreas Heklau. "Unter diesen Bedingungen ist bei unseren Hochleistungskühen drei Mal im Jahr Klauen schneiden Satz. Alle vier bis fünf Monate wird der Bestand gepflegt“, so Heklau.

Heute geht es um die Klauen von 100 Tieren. Olaf und Heiko Timm haben ihren fahrbaren Behandlungsstand im Stallgang positioniert. Dieter Jahn und Praktikant Vinzenz Spengler holen die Kühe heran. Ein Tier nach dem anderen wird in den Stand geführt. Nachdem die Kuh sicher steht, werden ihr Körper und die zu behandelnden Gliedmaßen fixiert. Im Unterschied zu anderen Berufskollegen bearbeiten Timms die Klauen nicht mit der Flex, sondern ausschließlich mit Klauenschere und Hufmesser. „Ich komm damit besser zurecht“, sagt Olaf Timm. Während er mit sicherem Griff die Klauen der Hinterbeine pflegt, kümmert sich Heiko Timm um die vorderen Klauen. Die stellvertretende Herdenmanagerin Maren Krüger notiert jede Behandlung. Nach fünf Stunden stehen einhundert Kühe  auf gepflegten Klauen.  Timms haben keine schwerwiegenden Klauenverletzungen zu Gesicht bekommen. „In diesem Bestand haben wir weniger als 5 Prozent Tiere mit kranken Klauen. Es gibt aber auch Herden in anderen Betrieben, da liegt diese Quote bei 20 Prozent“, so Olaf Timm.

Auf ihn und seinen Bruder wartet am Nachmittag ein weiterer Auftrag. „Wir sind bis Ende September ausgebucht“, sagt Timm. Viele Milchbetriebe im Umkreis von 70 Kilometern um seinen Wohnort Bützow sind Stammkunden.

 

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