• 2012
  • 20.06.
  • 2012.20.06.

Biogasanlage wieder flott gemacht

„Immer wieder was Neues“. Betriebsleiter Klaus Parr weiß nicht so recht, ob er sich ärgern oder freuen soll. Sechs Jahre nach Inbetriebnahme der Biogasanlage im Gut Dummerstorf müssen nun schon zum zweiten Mal einige Balken der Dachwerkskonstruktion ausgetauscht werden.

Die Schwefelablagerungen setzen dem Holz enorm zu. Zudem ist vermutlich bei der letzten Reparatur die Membrane zur Abdichtung am Außenring beschädigt worden. Dadurch war zuletzt Gas entwichen. Das hat nicht nur den Ertrag minimiert, sondern auch für unangenehme Gerüche gesorgt. Die Reparatur wird einiges kosten. Das alles zusammen ist schon ärgerlich. Mit einem lachenden Auge hingegen registriert Klaus Parr, dass das eingespielte Reparaturteam aus Nordrhein-Westfalen kurzfristig angerückt ist und mit gewohnter Kompetenz die Probleme behebt.

Die Arbeiten auf dem Dach des Fermenters sind an diesem windigen Tag jedoch alles andere als erquicklich. Der Sturm bläst dem Reparaturteam fortlaufend Schwefelteilchen ins Gesicht. Nachdem die äußere Dachabdeckung eingerollt ist, liegt das leuchtend gelbe Sicherungsnetz frei. Hier haben sich über die vergangenen Monate im Zuge der Gasproduktion etliche Kilogramm Schwefel verfangen. Auch an den Dachbalken hat sich eine dicke Schicht festgesetzt. Zwei Balken sind dadurch so verwittert, dass sie sich in der Verankerung verdreht haben und so mitten hinein in den Bioreaktor zu stürzen drohen. Dort lagern etliche Tonnen an Gülle, Mais, Grassilage und Zuckerrübenmus.

Zwar hat Betriebsleiter Klaus Parr die Zufuhr und den Betrieb der Anlage rechtzeitig vor Reparaturbeginn gestoppt, aber noch immer ist der Behälter nahezu randvoll. Die Rückstände aus der Gasproduktion werden im Zuge des Produktionsablaufes immer weiter nach oben gedrückt und abschließend über ein Überlaufrohr in Auffangbehälter geleitet. Von dort geht es später als Dünger auf den Acker. Aus dem Gas wird Strom gewonnen. Der wiederum wird in das öffentliche Netz eingespeist, die dabei anfallende Wärme geht an das benachbarte Forschungszentrum. Ein in sich geschlossenes System, wenn denn alles funktioniert.

Gekonnt zieht der Kranführer die maroden Holzbalken aus der Verankerung. Schon wenig später werden die neuen fest verschraubt. Noch schnell die Membrane erneuert, das inzwischen durch Wind und Regen weitestgehend vom Schwefel befreite Netz über die Konstruktion gezogen, Dachplane drauf und fertig. Schon rollt von der nahe gelegenen Rübelagune der erste Transporter an. „Rüben sind wesentlich ertragreicher als Mais. Wir haben im vergangenen Jahr extra für unsere Biogasanlage 22 Hektar bestellt und vom Ertrag 1 200 Tonnen Mus eingelagert“, erzählt Klaus Parr, während er per Knopfdruck die Biogasanlage wieder in Betrieb setzt.

 

 

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