• 2013
  • 16.01.
  • 2013.16.01.

Biogas aus Mais und Rüben

 

Zwölf Monate nach dem Start  zeigt Betriebsleiter Klaus Parr sich zufrieden. „Nach unseren Erfahrungen eignet sich Zuckerrübenmus als Kosubstrat sehr gut für die Biogasproduktion.“

Untersuchungen der Agrarfakultät der Universität Rostock in der Biogasanlage des Gutes (340 kW elektrische Leistung) belegen die Aussage. Danach ging das Gasrestbildungsvermögen des Gärrestes seit dem Einsatz von Zuckerrübenmus um mehr als 27 % zurück. „Das gesamten Substrat, einschließlich Silomais und Gülle, wird unter Zusatz von Zuckerrübenmus effektiver vergoren. Unsere Ergebnisse bestätigen den in der Fachliteratur beschriebenen ‘Turboeffekt’ durch Zuckerrübenmus“, unterstreicht Parr. Die Aktivität der Methanbakterien würde verstärkt, die Hemizellulose von Mais und Gras besser aufgeschlossen.

Durch Zuckerrüben reduzierten die Dummerstorfer Landwirte den Maisanbau für die Biogasproduktion von 100 auf 60 ha. Statt der ursprünglich geplanten 40 ha wurden nur 34 ha mit Zuckerrüben für Biogas bestellt.Die Erntemenge reichte aus, um die Rübenmuslagune mit einem Fassungsvermögen von 3 000 m3 wieder aufzufüllen. „Weil der Ertrag mit 650 bis 660 dt/ha über Erwarten gut ausfiel, haben wir sechs Hektar für die Marktfruchtproduktion gewonnen“, freut sich Parr über den zusätzlichen Vorteil. Zugleich sank der Einsatz von Getreideschrot als Kosubstrat von täglich 500 kg schrittweise auf null.

Auch sonst sieht der Betriebsleiter in dem für die Biogasproduktion erweiterten Zuckerrübenanbau nur Vorteile. „Die Blattfrucht lockert unsere Fruchtfolge auf, fördert mit ihren tiefen Wurzeln Bodengare und -klima.“  Weil Zuckerrüben höchstens mit 120 kg Stickstoff pro Hektar, einschließlich organischem Pflanzennährstoff,  versorgt werden, spare man zudem Düngerkosten, so Parr.

Durch die Rüben werden  in der Biogasproduktion 1 600 t Mais weniger eingesetzt. Als Optimum haben sich für die Dummerstorfer Biogasanlage tägliche Gaben von sechs Tonnen Mais, sechs Tonnen Zuckerrüben sowie 60 bis 80 m3 Gülle erwiesen. Alle vier Wochen werden Substratproben bei der Lufa in Rostock untersucht, um eine gleichmäßige Qualität sicherzustellen.

Im zweiten Schritt einer rationelleren Biogasproduktion setzen die Dummerstorfer seit dem vergangenen Herbst Dung aus dem Kälber- und Abkalbebereich als Kosubstrat ein. Der Nährstoff wird nach der gleichen Technologie wie das Rübenmus aufbereitet. Der Dung ersetzt täglich drei Tonnen Grassilage und trägt so ebenfalls zur Kostenreduktion in der Biogasproduktion bei.

 

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