• 2012
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  • 2012.21.11.

34 Cent lassen auf sich warten

Die Stimmung unter den rund 200 Milchbauern in der Region Rostock – Ribnitz-Damgarten – Grimmen, die ihre Milch an das Deutsche Milchkontor (DMK) liefern, ist im Keller. „Anders lässt sich nicht beschreiben, was gestern auf der Regionalversammlung  zu erleben war“, berichtet Betriebsleiter Klaus Parr nach seiner Rückkehr aus Leyerhof bei Grimmen.

Stein des Anstoßes ist der aktuelle Milchauszahlungspreis. „Im August zahlte DMK 28 Cent, im September 30 und im Oktober 32 Cent für ein Kilogramm Milch. Der Auszahlungspreis steigt, das ist richtig. Er bleibt aber hinter dem Milchgeld anderer Molkereien im Land zurück, die schon 34 Cent pro kg Milch auszahlen. Das sorgt für erheblichen Unmut bei den DMK-Lieferanten“, so Parr. Deren Hoffnung, im Oktober ebenfalls 34 Ct./kg zu erhalten hat sich nicht erfüllt. Ob im November diese Marke erreicht wird, ist weiter ungewiss. „Allein die Praxis, dass wir 20 Tage nach Lieferung der Milch noch nicht wissen, welchen Preis wir bekommen, ist ein Unding“, erregt sich Parr.

Wie seine Berufskollegen, hatte auch der Betriebsleiter des Gutes Dummerstorf erwartet, dass Vertreter der DMK-Geschäftsführung in Leyerhof Stellung beziehen und eine Erklärung zu dem unzureichenden Auszahlungspreis abgeben. „Ich ging davon aus, dass man uns darlegen wird, wie man der seinerzeit bei der Fusion von Humana Milchunion und Nordmilch eingegangenen Verpflichtung gerecht werden will, wonach das neugegründete Deutsche Milchkontor künftig einen Cent mehr als der Durchschnitt der drei auszahlungsstärksten Molkereien  im Land zahlt. Doch die DMK-Geschäftsführung war in Leyerhof nicht vertreten. Ehrenamtliche Beiratsmitglieder wurden mit fadenscheinigen Argumenten vorgeschickt“, kritisiert ein sichtlich verärgerter  Parr.

Der Betriebsleiter beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Auf der Versammlung haben mehrere Lieferanten durchblicken lassen, von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen, wenn das DMK seine Zusagen nicht einhält. 20 DMK- Milcherzeuger, die ihren Liefervertrag vollständig oder teilweise gekündigt haben beziehungsweise über eine Kündigung nachdenken, haben sich, so Parr,  in einer eigenständigen Erzeugergemeinschaft zusammengefunden. Soweit will Klaus Parr derzeit noch nicht gehen. Gut Dummerstorf liefert jährlich 4,6 Mio. kg Milch an das DMK. „Wenn aber der Milchauszahlungspreis weiter hinter dem zurückbleibt, was zugesagt wurde, werden auch wir uns Gedanken machen müssen. Mindestens 34 Cent sind das  Maß der Dinge. Daran führt kein Weg vorbei“, so der Betriebsleiter unmissverständlich.

 

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