• 2014
  • 02.07.
  • 2014.02.07.

Zwei Seiten einer Medaille

© Gerd Rinas

Im renovierten Vorbereitungsraum fühlt sich Tierpflegerin Bärbel Nimke wohl.

Zur Bildergalerie: Zwei Seiten der Medaille

Das Sozialgebäude der Sauenanlage in Klein Grenz war einmal eine soziale Errungenschaft. Als es in den 1960er Jahren zusammen mit der Stallanlage gebaut worden war, bot es den Mitarbeitern Bedingungen, wie sie sie bis dahin nicht kannten.

Doch die Zeit hat an und in dem Haus Spuren hinterlassen. Fassade und Inneneinrichtung des Gebäudes waren seit längerem sanierungsbedürftig. Mehrfach hatte man in den vergangenen Jahren über die Baumaßnahme diskutiert. Zur Sprache kam auch der Vorschlag, auf Grund des schlechten Bauzustandes den Sozialtrakt in einen Container zu verlegen. Letztlich erwiesen sich aber andere Investitionen immer wieder als dringlicher. Als das Thema auf der Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr erneut angesprochen wurde, traf Geschäftsführer Rainer Tschirner eine Entscheidung: „Wir haben eine gute Ernte eingefahren. Jetzt nehmen wir Geld für das Projekt in die Hand. Das Gebäude wird im Frühjahr saniert.“ Damit war die Idee, den Sozialtrakt in einen Container zu verlegen, vom Tisch.

Im Februar rückten Mitarbeiter der Firma Hensel, Dach und Bau, aus dem benachbarten Schwaan an. Bei laufendem Betrieb der Sauenanlage wurde das Sozialgebäude umgebaut. Neben besseren sozialen Bedingungen für die Mitarbeiter ging es dabei auch um einen effektiveren Seuchenschutz. Gut fünf Monate arbeiteten zum Teil mehrere Gewerke zur gleichen Zeit in dem Haus. Die Aufträge waren durchweg an Maurer, Fliesenleger, Klempner, Elektriker und Maler aus der Region vergeben worden.

Kürzlich wurde das von Grund auf sanierte Gebäude mit den Mitarbeitern, dem Beirat und den Gesellschaftern des Agrarbetriebes Groß Grenz eingeweiht. „Es liegen Welten zwischen dem alten und dem neuen Haus, wir sind ganz glücklich“, schwärmt Abteilungsleiterin Simone Tiedt. In frischem Farbanstrich, mit neuen Fenstern und Türen versehen, sind die Räume nicht wiederzuerkennen. Wände und Fußböden der Umkleiden und Duschen sowie Toiletten, für Männer und Frauen getrennt, sind neu gefliest. Im Aufenthaltsraum ist nun ein Küchenblock mit Herdplatte und Spüle eingebaut. Das Gebäude ist in Schwarz- und Weißbereiche geteilt. In letzteren gelangt man nur durch eine Duschkabine. Der Zugang für Betriebsfremde wurde eingeschränkt. Spermalieferanten, die das Gebäude betreten, stehen nach wenigen Schritten vor einem großen Fenster, das als Durchreiche für die Lieferungen dient. „Der Seuchenschutz wird dadurch verbessert“, sagt Geschäftsführer Tschirner. 70 000 € hat die Gebäudesanierung gekostet. „Gute Bedingungen für die Mitarbeiter und das Wohl der Tiere sind zwei Seiten einer Medaille. Wir wollen beides entwickeln“, betont Tschirner.             

Gerd Rinas

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr