• 2013
  • 11.04.
  • 2013.11.04.

Wetter-Roulette

Uwe Müller ist Frühaufsteher.  Sein erster Blick fällt morgens auf das Außenthermometer. „Zwei Grad Celsius waren es gestern. Grauer Himmel, es war nass und kalt, genau so wie es uns die Wetterfrösche einen Tag vorher versprochen hatten“, sagt Müller, nicht gerade begeistert. Also wurde es wieder nichts  mit Gülle ausbringen und Dünger streuen. Von Triticale und Erbsen drillen ganz zu schweigen. Selbst für’s Steinesammeln war das Wetter zu schlecht. Als sich der Abteilungsleiter Pflanzenbau um 5.30 Uhr auf den Weg zur Arbeit nach Benitz machte, dauerte es nicht lange und auf der Windschutzscheibe sammelten sich die ersten Regentropfen. An einem Rapsschlag bestätigte sich, was er beim Blick auf das Thermometer vermutet hatte: „Der Boden ist zu feucht, die Flächen sind nicht befahrbar.“ In den vergangenen Wochen hat sich Uwe Müller  um das Wintergetreide und den Winterraps Sorgen gemacht. Jeden Morgen schaut er sich  Bestände an, begutachtet Blätter und Wurzeln.  Die Pflanzen haben zuletzt unter der verharschten Schneedecke kaum Luft bekommen, sind nun mehr  braun und gelb statt grün. „Blattverluste haben zugenommen.  Aber die Pflanzen sind vital“, schätzt der Abteilungsleiterein.   Nur gut, dass die Benitzer Landwirte das frühlingshafte Wetter Anfang März für die Stickstoffdüngung nutzen konnten. Gut 80 Prozent ihrer Druschfläche haben die erste Gabe erhalten. Bis auf einen 50-Hektarschlag, der noch nicht befahrbar ist,  sind nun alle Getreide- und Rapsflächen versorgt.   Anfang dieser Woche, von Sonntag bis Dienstag, brachten die Lohnunternehmen Stotz und Eichmann im Auftrag  Gülle aus. „Der Pflanzennährstoff ist Teil unserer Düngebilanz“, erläutert Müller. Gern würde er die 1. Stickstoffgabe und die Gülleausbringung zum Abschluss bringen. Weil die betreffenden Flächen  aber immer noch nicht befahrbar sind, müssen die Landwirte sich in Geduld üben. Auch gestern blieb Uwe Müller  wegen des Wetter-Roulettes wieder nur „Plan B“: Statt auf dem Feld arbeiteten die Männer der Pflanzenbauabteilung auf dem Hof und in der Werkstatt.

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