• 2013
  • 06.11.
  • 2013.06.11.

Weideabtrieb: Von der Weide ab in den Stall

Weideabtrieb Gross Grenz

Weideabtrieb

© Jürgen Drewes

Jörg Nimke führt das Kommando. Der Leiter der Rinderproduktion im Agrarbetrieb Groß Grenz hat alles detailliert vorbereitet. Seit ein paar Tagen gilt es insgesamt 300 Stärken von der Weide für die Wintermonate in den hochmodernen Stall nach Kassow zu bringen. Den hat das Unternehmen erst vor 2 Jahren völlig neu gebaut, um den „Nachwuchskühen“ beste Startbedingungen auf den Weg hin zu optimalen Milchleistungen zu bieten. Heute sind die 16 jüngsten Rinder an der Reihe. Während die ältesten knapp 2 Jahre alt sind steht denen der erste Geburtstag mit aktuell 9 Monaten erst noch bevor. Da sie erst zu Jahresbeginn in Benitz geboren wurden, durften sie auf einer kleinen Weide direkt am Verwaltungssitz des Unternehmens bleiben. Von dort geht es nun durch den angrenzenden Stall, vorbei an einer Gruppe von Kälbern– anschließend immer an der Außenwand lang – direkt auf den bereit stehenden Transporter.

 

Weideabtrieb ist Teamwork

Jeder im Team weiß, was er zu tun hat. Während Jörg Nimke betont ruhig, aber mit gebotener Konsequenz die Stärken vor sich hertreibt, sorgen Fransziska Baranowski und Wolfgang Grunzke entlang des Weges dafür, dass alle Tiere Schritt halten. Die letzten Meter hinein in den Transporter sind nur noch Formsache. Klappe zu und ab geht es ins 15 Kilometer entfernte Kassow. Für den Transport sorgen Mitarbeiter, die eigentlich in der Pflanzenproduktion tätig sind. Da es dort aber um diese Jahreszeit weniger zu tun gibt, ist es selbstverständlich, dass sie den Weideabtrieb tatkräftig unterstützen. Nach gut einer Stunde ist auch diese Tour erledigt.

 

Nur noch wenige Kühe auf der Weide

Nur ein paar Kilometer von Groß Grenz entfernt, auf einer Weide nahe der Beke, warten die letzten Jungrinder  darauf ins Winterquartier gebracht zu werden. All diejenigen, die seit Anfang Juni auf Weiden unterwegs waren, die nach Richtlinien der naturschutzgerechten Grünlandbewirtschaftung unterhalten werden, waren die ersten. Sie mussten die Flächen bis spätestens 31. Oktober räumen. So steht es in den Förderkriterien. Etwa 90 Prozent der rund 100 Hektar Weidefläche im Unternehmen unterliegen diesen Vorschriften. Damit soll erreicht werden, das Niederwild und vor allem auch Vögeln diese Weiden im Frühjahr zur Aufzucht ihres Nachwuchses nutzen können. Für all diese Tiere sind sie in den vergangenen Tagen auch noch einmal nachgemäht worden, um Disteln zu beseitigen und gleichzeitig Futterpflanzen, die ihnen Deckung bieten, im Frühjahr einen optimalen Aufwuchs zu ermöglichen. Das freut dann später auch die Kühe. In diesem Frühjahr allerdings hatte das Wachstum lange auf sich warten lassen. „Es war einfach zu kalt“, erinnert sich Dr. Kathrin Naumann, Assistentin der Geschäftsführung. Deshalb kamen die Tiere diesmal vergleichsweise spät ins Freie schicken. Es fehlte einfach an Futter. Etwas entschädigt für die Ausfälle hat der warme Oktober. Und noch immer sind die Weiden saftig grün. Allein den Gräsern mangelt es inzwischen an ausreichend Nährstoffen. „Das Futter schmeckt den Stärken deshalb nicht mehr. Sie fressen nur noch um satt zu werden“, drückt Jörg Nimke aufs Tempo, um auch die letzten der insgesamt 300 Jungrinder noch in dieser Woche in den Stall zu holen. Dort gibt es dann wieder nährstoffreiche Gras- und Maissilage, lecker angereichert mit Getreideschrot.

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