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  • 01.03.
  • 2016.01.03.

Sympathie für Schweine

© Gerd Rinas

Bei den Jungsauen: Abteilungsleiterin Simone Tiedt und Evelyn Berner im Gespräch.

Wann ist der optimale Besamungszeitpunkt für Jungsauen? Seit Dienstag voriger Woche lässt die Frage Evelyn Berner nicht mehr los. Die Studentin der Agrarwissenschaften im 5. Semester an der Universität Rostock absolviert ein Praktikum im Agrarbetrieb Groß Grenz. „Die Frage beschäftigt die Kollegen hier schon länger. Deshalb habe ich den Auftrag, nachzuforschen“, berichtet die 21-Jährige.

„Marktfruchtbau, Milchvieh- und Schweinehaltung, Biogasproduktion, der Betrieb ist breit aufgestellt, da lohnt es sich, überall mal reinzuschnuppern“, sagt die Studentin. Schon bei ihrem ersten Aufenthalt 2014 hat sie festgestellt, dass es sie mehr in den Stall als auf den Acker zog – und mehr zu den Schweinen als zu den Kühen. „Ich finde Schweine besonders interessant. Von ihnen bekommt man viel zurück.“ Ihre Sympathie könnte noch einen Grund haben, Evelyn Berner ist „vorbelastet“, wie sie sagt: Vater Detlef Berner kümmert sich seit vielen Jahren im Betrieb mit Jean Höppner und Abteilungsleiterin Simone Tiedt um die Mastschweine.

Bringen veränderte Besamungszeitpunkte größere Würfe? Evelyn Berner sucht nach Antworten.Evelyn Berner nutzt das Praktikum, um offenen Fragen aus dem Studium nachzugehen. „Alles aus Lehrbüchern und von Folien zu lernen, ist schwierig. Der Praxisbezug ist wichtig“, sagt sie. Ab 6.30 Uhr ist die Studentin im Betrieb,  hilft beim Umstallen, Kas­trieren und Impfen, reinigt Tröge. Donnerstagabends ist sie zur Ferkelwache eingeteilt. Vorige Woche war sie voll gefordert. „Mehrere Sauen warfen. Als ein Ferkel erdrückt zu werden drohte, konnte ich es retten“, freut sich Evelyn.

Beim Studium verpasst sie zurzeit nichts, es ist vorlesungsfreie Zeit. Ihre Prüfungen konnte sie vorziehen. In den kommenden zwei Semestern warten noch zwei Ausbildungsmodule – Ökolandbau 2 und Tierhaltung –, hauptsächlich aber  die Bachelorarbeit. Danach will Evelyn Berner in den Masterstudiengang Nutztierwissenschaften wechseln.

Bis zum 11. März bleibt ihr noch Zeit für den Spezialauftrag „Jungsauen“. Bisher erblicken im Betrieb durchschnittlich 13 lebend geborene Ferkel pro Sau und Wurf das Licht der Welt. „Es wäre schön, wenn wir einen Schritt weiter kommen“, sagt Abteilungsleiterin Tiedt. Die Studentin hat sich jetzt erst einmal in den Brunstkalender vergraben und verschafft sich einen Überblick.

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