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  • 07.12.
  • 2016.07.12.

Studenten zu Besuch

Gruppenfoto vor der Biogasanlage

Studentengruppe © Gerd Rinas

Gruppenfoto vor der Anlage. Für die meisten Studenten war die Exkursion nach Benitz die erste Begegnung mit einer Biogasanlage.

Studenten zu Besuch

Für Anne Kietzmann war es eine Premiere: Zusammen mit Kommilitonen der Masterstudiengänge Pflanzenproduktion und Umwelt sowie funktionelle Pflanzenwissenschaften (Biologie) an der Rostocker Universität war die Studentin am Freitag voriger Woche nach Benitz gereist, um im Agrarbetrieb Groß Grenz Näheres über den Nutzen der dortigen Biogasanlage zu erfahren. „Wir beschäftigen uns im Studium gerade mit nachwachsenden Rohstoffen. Da passt die Exkursion in den Betrieb sehr gut“, sagt Anne Kietzmann.

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Von Geschäftsführer Rainer Tschirner und Anlagenbetreuer Detlef Berner erfahren die Studenten, dass es sich bei dem Bio-Kraftwerk in Benitz um eine Anlage mit 150 kW elektrischer Leistung handelt, die 2003 zusammen mit dem Schweinestall nebenan in Betrieb genommen wurde. „Unser Hauptanliegen war es, die Geruchsemmissionen in der Schweineproduktion zu begrenzen, Reststoffe zu verwerten und die Anlage wirtschaftlich zu betreiben“, berichtet Rainer Tschirner. Lange Zeit sorgten allerdings die beiden Zündstrahlmotoren, die das Biogas aus der Gülle von 3.000 Schweinen und 470 Rindern in Strom umwandelten, immer wieder für Probleme. Seit 2009 ein neues Aggregat eingebaut wurde, läuft die Anlage weitgehend frei von größeren Störungen.

Bei der Besichtigung von Schaltwarte, Maschinenraum, Fermenter und Endlager informiert Anlagenbetreuer Detlef Berner über den Betrieb. „Eine stockende Güllezufuhr oder andere Unregelmäßigkeiten wirken sich sofort auf die Biologie im Fermenter und die Energieproduktion aus. Es ist so, als wenn man eine Kuh schlecht füttern würde“, erläutert Berner, der zusammen mit seinem Kollegen Jean Höppner ständig wichtige Leistungsparameter kontrolliert und Korrekturen vornimmt, wenn dies erforderlich ist.

Geschäftsführer Tschirner ist mit der Anlage sehr zufrieden. Gerade im vergangenen Jahr, als die Milchpreise in den Keller rutschten und die Ernte bei Getreide und Raps weit hinter den Erwartungen zurück blieb, waren die Erlöse aus der Biogasproduktion für den Betrieb eine stabile Einnahmequelle. „Wir haben im Wirtschaftsjahr 2015/2016 rund 1,2 Mio. Kilowattstunden Strom ins Netz eingespeist. Bei einer Auslastung von 91 % waren das im Durchschnitt 3.276 Kilowattstunden pro Tag“, berichtete der Geschäftsführer nicht ohne Stolz.

Die angehenden Agrarexperten und Biologen verfolgten die Ausführungen der beiden Landwirte sehr interessiert. „Ich finde das Konzept, dass hier ausschließlich Reststoffe verwertet werden, sehr vernünftig. Und dass nicht nur Strom produziert wird, sondern die anfallende Wärme für den Schweinestall genutzt werden kann, rundet die Sache ab“, meint Masterstudentin Anne Kietzmann zum Abschied. Seminarleiter Dr. Jörg Burgstaler, der vor seiner wissenschaftlichen Tätigkeit an der Rostocker Agrarfakultät mehrere Praktika im Agrarbetrieb Groß Grenz absolvierte, ist ebenfalls zufrieden. Für den Hochschullehrer sind solche Beziehungen zur Praxis unverzichtbar, sowohl für die Ausbildung der Studenten als auch für die Überprüfung eigener Forschungsarbeiten.

 

 

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