• 2015
  • 28.01.
  • 2015.28.01.

Spielzeug, Strohraufe und mehr Platz

© Gerd Rinas

Beschäftigungsmaterial in der Ferkelbucht trägt dazu bei, das Schwanzbeißen zu verringern.

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Aufmerksam verfolgen Landwirte und Medien derzeit den Start der „Initiative„Tierwohl“. Das Belassen der Ringelschwänze bei Schweinen ist Teil des Maßnahmenkatalogs, der von den Schweinehaltern erfüllt werden muß, wenn sie sich an der Initiative beteiligen wollen. Das Schwanzbeißen ist eines der schwierigsten und komplexesten Probleme in der modernen Schweinehaltung, weshalb man sich auch in der Wissenschaft mit diesem Thema beschäftigt.

 

Ziel der Untersuchung war es, die Aufzucht-und Mastleistungen von Schweinen durchverschiedene Maßnahmen zur Reduzierung des Schwanzbeißens zu verringern. Zu diesem Zweck wurden 672 Versuchstiere aufgestallt und in 3 Versuchsgruppen plus 1 Kontrollgruppe (Schweine mit kupierten Schwänzen) aufgeteilt. Es wurden die Lebendmasseentwicklung, das Stallklima, die Verluste und Behandlungen, die Beschaffenheit der Schwänze und die Futteraufnahme in der Mast der Versuchstiere erfasst. Das Versuchsdesign stellte sich wie folgt dar: In der Versuchsgruppe 1 wurden die Schweine mit „langen“ Schwänzen unter Standardbedingungen gehalten. In der Versuchsgruppe 2 hatten die Versuchstiere zusätzliches Beschäftigungsmaterial und Strohraufen in den Buchten und in der Versuchsgruppe 3 zusätzlich dazu noch 10 Prozent mehr Platz zur Verfügung.Die Untersuchung wurde durch Studenten der Universität Rostock, die ihre Bachelor- und ihre Masterarbeit über dieses Thema schreiben, betreut. Der Zustand der Schwänze wurde einmal wöchentlich dokumentiert.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl ein Zusammenhang zwischen der Schwere der Schwanzverletzungen und den Mastleistungen der Versuchstiere besteht, als auch der Anteil der Schweine in den einzelnen Gruppen differiert. In der Kontrollgruppe treten bei 11 % der Tiere in der Aufzucht und bei 15 % in der Mast Schwanzverletzungen auf. Unter Standardbedingungen liegt der Anteil in der Aufzucht bei 70 % und in der Mast bei 40 %. Es zeigte sich, dass man durch mehr Beschäftigungsmaterial und Strohraufe an die Werte der Kontrollgruppe nahezu herankommt. In dieser Gruppe wiesen nur 15 bis 19 % der Schweine Schwanzverletzungen auf. Ein Mehrangebot an Platz scheint sich ebenfalls positiv auf den Zustand der Schwänze auszuwirken.Im Verlauf der Untersuchung zeigte sich ebenfalls, dass die Tierbeobachtung und Tierbetreuung die wichtigsten Mittel sind, um das Schwanzbeißen schnell zu erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Zu diesem Zweck wurde eine Hand voll Heu in die Buchten gegeben, um die Schweine abzulenken. Zusätzlich wurden „Beißer“ zeitweise separiert, was sich ebenfalls als effektiv erwies.

 

Hendrik Delfs ist Masterstudent , 3. Semester, Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock, Studiengang Nutztierwissenschaften

 

 

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