• 2014
  • 28.05.
  • 2014.28.05.

Schulstunde im Kuhstall

© Gerd Rinas

Die Schüler besuchten zuerst die jüngsten Kälber.

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Eric hat die Kuh, die einige Meter entfernt steht und gerade den Schwanz hebt, fest im Blick. „Die lässt aber viel Urin ab“, findet der Schüler aus der 3a der Schwaaner Professor Franz Bunke-Schule. Nebenan kommt es noch dicker. „Ich glaub, die Kuh muss gleich kackern“, macht Linnea-Angelique ihre Klassenkameraden aufmerksam. Kaum hat die Schülerin, deren erster Vorname aus dem Schwedischen stammt und sich mit „Moosblume“ übersetzen lässt, es ausgesprochen, passierts. „Na, ja, es riecht ein bißchen streng. Aber man kann die Tiere gut beobachten. Und mit der Zeit gewöhnt man sich an den Geruch“, meint Eric mit kraus gezogener Nase.


Knapp eine Stunde lang ist er mit seinen Mitschülern aus der 3a und der 3b an diesem Mittwochmorgen von Schwaan nach Benitz gewandert. Begleitet von Klassenleiterin Randi Dembowski und einigen Lehrerkolleginnen. Randi Dembowski besucht im sechsten Jahr mit Schülern den Agrarbetrieb Groß Grenz. „Im Sachkundeunterricht sprechen wir gerade über Haus- und Nutztiere“, sagt die Lehrerin, die die Gelegenheit sehr schätzt, dass ihre Schüler hier richtige  Tiere anschauen, ja sogar anfassen können. „Die Ehefrau des Geschäftsführers war Kollegin und hat den Kontakt vermittelt. Die Mitarbeiter, die uns durch den Betrieb führen, sind kompetent, naturverbunden und auf das Wohl der Tiere bedacht. Wenn etwas erklärt wird, werden die Kinder gut einbezogen“, sagt Randi Dembowski.


Weil Jörg Nimke, Abteilungsleiter Tierproduktion, im Urlaub ist, hat Geschäftsführer Rainer Tschirner die Führung durch den Milchviehstall in Benitz übernommen. „Trinkt ihr denn alle Milch?“, will er von den Kindern wissen. „Ja“, kommt es wie aus einem Mund. „Geben denn die Kühe auch Sahne und Joghurt?“ Die Schüler sind sich einig: „Nur Milch!“


Auf dem Weg von Kälbern, Trockenstehern und Abkalbern, vorbei an Milchtanks und Melkstand, hin zu den melkenden Kühen, erfahren die Kinder viel über die Milchproduktion. Zum Beispiel, wie schwer ein neugeborenes Kalb ist, wie viel Wasser eine Kuh am Tag säuft und wie viel Milch sie gibt. Immer wieder fordert Rainer Tschirner die Schüler auf, sich die eine oder andere Zahl zu merken. Später, als die Schüler im Versammlungsraum sitzen, wird klar, warum: In einem Quiz sind zehn Fragen „rund um die Kuh“ zu beantworten.


Eric aus der 3a hat gut aufgepasst. Bis auf eine Frage hat er alle richtig beantwortet. Am Ende ihres Besuches stellen die Kinder aus Sahne Butter her und sie verkosten von der Ostseemolkerei in Wismar gesponserten Käse. Auch beim deftigen „Alten Schweden“ greifen die Steppkes zu. „Ich liebe Stinkerkäse“, gesteht Linnea-Angelique. Die Schülerin zaubert ein Lächeln in die Gesichter ihrer Gastgeber.  

Gerd Rinas

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