• 2014
  • 14.05.
  • 2014.14.05.

Schaderreger auf dem Vormarsch

© Gerd Rinas

Alles klar für den Einsatz: Neben der Amazone-Spritze steht noch eine weitere von BBG für den Pflanzenschutz zur Verfügung.

Uwe Müller ist erleichtert. Der Wetterbericht hat für den folgenden Tag Sonnenschein, nur wenig Wind und keinen Niederschlag mehr angekündigt. „31 Liter pro Quadratmeter fielen vom 5. bis 14. Mai vom Himmel. Der Regen hat den Kulturen gut getan. Doch jetzt ist es genug. Die Bestände entwickeln sich, allerdings hat die Nässe auch Schaderregern Vorschub geleistet“, berichtet der Abteilungsleiter Pflanzenproduktion im Agrarbetrieb Groß Grenz.

Uwe Müller ist in diesen Tagen mit Berater Fritz Barz immer wieder auf den Getreide- und Rapsschlägen unterwegs, um die Bestände zu bonitieren. Wie notwendig dies ist, hat sich erst am Dienstag voriger Woche wieder gezeigt. „In der Gerste haben wir Rynchosporium gefunden. Auf 174 ha Gerste und 88 ha Roggen steht die Fungizid-Abschlussbehandlung an. „Sie ist notwendig, damit die Pflanzen bis zur Abreife gegen Blatt- und Halmkrankheiten geschützt sind“, erläutert Müller.

Auf 320 ha Winterweizen ist eine Fungizid-Zwischenbehandlung geplant. „Wir haben die Blattkrankheiten Septoria Tritici und Mehltau bonitiert. Wenn wir nichts unternehmen, breiten die Schaderreger sich aus“, so Müller. Um lageranfällige Weizensorten zu stabilisieren, wollen die Landwirte der Tankmischung mit den Fungiziden gegen die Schaderreger einen Wachstumsregler hinzugeben.

Der Mais, der zwischen dem 23. und 30. April auf 150 ha LF gelegt wurde, befindet sich im Zwei-Blatt-Stadium. „Das ist die richtige Zeit, um die Pflanzen gegen Unkräuter zu schützen“, so Müller. Doch bevor  Ralf Baranowski, Christian Schlingelhof, Volker Nimke  und Denny Langer mit ihren Spritzen (Amazone und BBG) ausrücken, gibt es Vieles zu bedenken. „Die Öffentlichkeit ist beim Pflanzenschutz in der Landwirtschaft sensibilisert. Wir wollen und dürfen uns keine Fehler leisten“, sagt Müller.  

Der Abteilungsleiter führt ein „Pflanzenschutztagebuch“. „Wir halten uns strikt an die behördlichen Vorgaben. Vielfach arbeiten wir nach eigenen noch schärferen betrieblichen Festlegungen“. So werden mindestens sieben bis zehn Meter Abstand zu Gewässern gehalten. Die beiden Pflanzenschutzgeräte gewährleisten nicht nur eine hohe Schlagkraft, sondern dank moderner Düsen auch 90 % Abdriftminderung. Die Fahrer bilden mit den Technikern auf dem Betriebshof ein eingespieltes Team. Sie nehmen jedes Jahr an der Spritzenfahrerschulung teil. Der Betrieb hat zusätzlich zu den behördlichen Vorgaben und Anwenderhinweisen der Schutzmittelhersteller ein strenges Sicherheitsregime entwickelt.

Im Büro von Abteilungsleiter Müller gibt eine digitale Anzeige die Windstärke auf dem Betriebshof wieder. „Damit haben wir eine grobe Orientierung.“ Am Einsatzort werden die Verhältnisse von einem weiteren Windmesser erfasst. „Ist das Ausbringen der Pflanzenschutzmittel möglich, bietet ein für jeden Schlag vorbereiteter Handzettel dem Fahrer wichtige Informationen. In dem Dokument sind unter anderem Ort und Zeit der Anwendung, Name und Aufwandmenge des eingesetzten Mittels, die Menge der ausgebrachten Spritzbrühe je Hektar, Auflagen zum Gewässerabstand sowie zum Bienenschutz, zum Entwicklungsstand der Kulturen sowie zu Wetter und Besonderheiten des Einsatzes aufgeführt. Der Fahrer vervollständigt die Angaben nach dem Ausbringen und quittiert sie mit seiner Unterschrift.

Gerd Rinas

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