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  • 2017.12.07.

Regen verzögert den Erntestart

Wintergerste © Gerd Rinas

Gleichmäßig abgereift, aber feucht: Abteilungsleiter Uwe Müller hofft, dass die Wintergerste rasch abtrocknet und bald geborgen werden kann.

Wenn Wolfgang Qual mit seinen „Beratungsschwerpunkten für die Vorbereitung der Getreideernte“ anrückt, wissen die Ackerbauern im Agrarbetrieb Groß Grenz, was die Stunde geschlagen hat: Es ist Zeit für die „Ernteeinweisung“. Der Start der Getreidemahd steht bevor.

»Bild links: Sicherheit geht vor: Ronald Bünger holt die Feuerlöscher zusammen, damit ein Monteur der Servicefirma sie überprüfen kann.

Den 14 Monteuren, Mähdrescher- und Abfahrern rief Sicherheitsingenieur Qual vorige Woche auch vermeintlich selbstverständliche Verhaltensregeln auf dem Erntefeld in Erinnerung. Wenn sie unbeachtet bleiben, kann das böse Folgen haben. „Denkt dran, wenn ihr nicht weiterkommt: Erst den Zündschlüssel abziehen und in die Tasche stecken, dann nachsehen, was mit der Maschine ist. Auf beiden Mähdreschern und den Treckern müssen einsatzbereite Feuerlöscher sein“, mahnte Qual. Punkt für Punkt arbeitete er seine Hinweise ab. Wer will, kann die Mappe später im Frühstücksraum einsehen. 

Im Betrieb sind die Vorbereitungen für die Getreideernte nahezu abgeschlossen. Die Technik ist durchgesehen und instandgesetzt. Lediglich die Anhänger sollten vorige Woche noch auf ihre Betriebssicherheit kontrolliert werden. Die Getreidehallen – vier Lager mit etwa 4 500 t Fassungsvermögen – wurden gründlich gereinigt und Schädlinge bekämpft.

Knapp 900 ha Wintergerste, -weizen, -raps sowie Erbsen, Sommertriticale und Winterroggen stehen zum Dreschen an. „Wenn alles gut geht, sollten wir in etwa 40 Tagen durch sein“, schätzt Geschäftsführerin Dr. Kathrin Naumann. Die Bestände sind gut entwickelt. „Wir erwarten eine ordentliche Ernte“, sagt Naumann, will sich aber auf genauere Angaben nicht festlegen. „Auch 2016 sah es bei der Wintergerste recht gut aus. Dann regnete es an zwei Tagen wie aus Kübeln und wir ernteten zehn Dezitonnen weniger pro Hektar als erwartet“, bleibt die Geschäftsführerin vorsichtig. 

Mit Abteilungsleiter Uwe Müller fahre ich an den Dorfrand von Benitz zum Schlag „Litters“. Hier sind 19 ha mit Wintergerste bestellt. Der Bestand ist gleichmäßig abgereift. Prall gefüllte Ähren und gut ausgebildete Körner versprechen einen hohen Ertrag. Allerdings haben sich die Halme nach dem Regen vollgesogen. Müller ist besorgt, dass das Stroh mürbe wird und die Ähren abknicken könnten. An einigen Stellen ist die Gerste bereits ins Lager gegangen. „Wir brauchen jetzt Sonnenschein“, sagt der Abteilungsleiter und reibt große Körner aus einer Ähre.

Bleibt es trocken, wird man voraussichtlich zwischen dem 10. und 15. Juli mit der Wintergerste starten. „Langsam fängt es an zu kribbeln“, sagt Müller. Er kennt das Gefühl, es stellt sich jedes Jahr vor der Ernte ein.

»Bild links: Wolfgang Qual und Dr. Kathrin Naumann werten die „Ernteeinweisung“ aus.

Gerste, Roggen und Triticale bleiben im Betrieb und werden als Futtergetreide verwertet. Etwa ein Drittel der Rapsernte – 400 t – sind per Vorkontrakt für 380 €/t verkauft. „Die übrige Menge werden wir aus der Ernte heraus vermarkten“, sagt Kathrin Naumann. Für Winterweizen wurde dieses Mal kein Vorkontrakt abgeschlossen. „Die Preise sind schlecht. Wir wollen erst einmal einlagern“, so Naumann. Mit der Kaltbelüftung geht das aber nur, wenn die Ernte nicht zu feucht unter Dach kommt.           

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