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  • 13.09.
  • 2018.13.09.

Regen hilft Raps - Niederschlag wichtig für Rapsaussaat

zweit Tracktoren schwaden das gemähte Luzernegras.

Luzernegras © Gerd Rinas

Das Luzernegras, die nahe des Flusses Warnow geschwadet wird, hat zwar nicht den erhofften Ertrag gebracht, ist aber eine wertvolle Ergänzung des Grobfutterstocks

Einmal sieben, einmal 15 Millimeter – der Niederschlag, der vor einigen Tagen niederging, ließ Dr. Kathrin Naumann erst einmal durchatmen. „Wir haben die Rapsaussaat abgeschlossen. Nach langer Trockenheit war der Regen Goldstaub für die Kultur“, so die Geschäftsführerin des Agrarbetrieb Groß Grenz unweit von Rostock.

» Foto links: Am Donnerstag voriger Woche bereitet Peter Klein mit einem Acht-Schar-Drehpflug und Packer einen Weizenacker nahe Benitz auf die Aussaat vor. © Gerd Rinas

Im Anbauplan für diesen Herbst waren ursprünglich 280 ha für Winterraps vorgesehen. „Wir haben die Fläche kurzfristig reduziert. Die Trockenheit war dafür ein Grund“, erläutert Naumann. Ein anderer: Im dritten Jahr hintereinander haben die Landwirte nur um die 30 dt Raps pro Hektar geerntet. „Bei diesem Ertrag ist der Anbau für uns wirtschaftlich nicht mehr attraktiv. Wir haben die Fläche erstmals reduziert und auf 50 ha statt Winterraps jetzt Wintergerste gedrillt. Die hat sich im vergangenen Jahr gut verkauft“, so Naumann. Beim „Rapsrundgang“ in der vorigen Woche zeigten sich kaum Auffälligkeiten. In den Gelbschalen waren nur wenige Rapserdflöhe, auch die Kohlfliege stellt für die Bestände derzeit keine Gefahr dar.

» Bild rechts: Vom Feld ins Silo: Christian Schlingelhof und Thomas Kretschmann bei der Luzernegrasernte. © Gerd Rinas  

 
Unterdessen laufen im Betrieb
Ernte- und Bestellarbeiten parallel auf vollen Touren. „Wir bringen gerade auf 30 Hektar den dritten Luzernegrasschnitt ein“, so Naumann am Donnerstag voriger Woche. Der erste war gut, die folgenden waren nur mäßig. Es läuft auf 60 % Ausfall hinaus. Im dritten Schnitt wird fast nur Luzerne geerntet, das Gras in der Mischung ist vertrocknet. Bei Grassilage verzeichnen die Landwirte ebenfalls hohe Ausfälle, beim Mais sind sie noch relativ zufrieden. „Fast alle Pflanzen haben einen Kolben voll ausgebildet. Das Erntegut ist ohne Probleme ins Silo gekommen. Es hat ja nicht geregnet“, so Naumann sarkastisch. Auch dank der Silagereserven aus dem vorigen Jahr ist die Versorgung des Milchkuhbestandes mit Grobfutter bis zur nächsten Ernte gesichert.  

Auf 40 Hektar Fläche, auf denen im Frühjahr Mais gelegt werden soll, kamen Zwischenfrüchte in den Boden. „Wir haben eine abfrierende Mischung gewählt, so daß wir nach Frost die Zwischenfrüchte im Frühjahr mit nur einer Bodenbearbeitung, ohne Glyphosat, einarbeiten können. Vorteilhaft ist, dass die Zwischenfrüchte Gülle bekommen dürfen. Das fördert den Humusaufbau“, so Naumann. Seit Donnerstag voriger Woche wird Weizen gedrillt. 329 Hektar sollen bis Mitte Oktober bestellt werden. Parallel dazu wird Ackergras (23 ha) ausgesät. Mitte September folgt die Wintergerste (186 ha). Anschließend kommen Winterroggen (85 ha)und Triticale (57 ha) in den Boden. Nach Winterraps wird pfluglos bestellt. Nach Winterweizen wird gepflügt, um Unkräuter wie Trespe und Ackerfuchsschwanz zu unterdrücken. Beide Verfahren werden auf jeweils etwa 400 ha Aussaatfläche  angewendet. „Es bleibt noch viel Arbeit in den nächsten Wochen, aber wir stehen nicht unter Zeitdruck“, so die Geschäftsführerin. Ihr einziger Wunsch: „Schön wär‘s, wenn es bald mal wieder regnet!“

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