• 2014
  • 30.07.
  • 2014.30.07.

Raps schneller reif - aber kleinere Körner

© Jean Höppner

Fahrer Denny Langer mit seinem Claas Lexion 760 auf einem Rapsschlag in Aktion.

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Wie in einem Tagebuch geben die Notizen in Uwe Müllers Aufzeichnungsheft Auskunft über den Ernteverlauf: Vom Erntebeginn am 6. Juli bis zum 29. Juli sind von den rund 950 ha Druschfläche 620 ha abgeerntet worden. „Mit den bisherigen Erträgen sind wir nicht unzufrieden“, so der Abteilungsleiter Pflanzenproduktion im Agrarbetrieb Groß Grenz.

Von den 174 ha Wintergerste haben die Landwirte durchschnittlich rund 80 dt/ha geerntet. „Das ist für unsere Verhältnisse ein ordentlicher Ertrag“, sagt Müller. Bewährt hat sich der Anbau unterschiedlich abreifender Sorten, um einen gestaffelten Ernteablauf zu ermöglichen. Hektolitergewichte von 64 und 65 deuten auf gut ausgebildetes Korn hin.

In der Regel unterbrechen die Mähdrescherfahrer im Agrarbetrieb Groß Grenz nach der Gerstenmahd für einige Tage die Ernte. „Der Winterraps braucht diese Zeit meist noch für die Abreife“, erläutert Müller. Anders in diesem Jahr. In der letzten Julidekade sorgten Temperaturen um 30 ° C für eine beschleunigte Abreife der Ölfrucht. Schon am 29. Juli, zehn Tage nach Druschbeginn, war der Raps auf knapp 300 ha vom Halm. Die schnelle Abreife wirkte sich auf den Ertrag aber nicht vorteilhaft aus: Die Rapskörner sind etwas kleiner als sonst. Erst die Partie von jenen 70 ha, die zuletzt bestellt und mit vergleichsweise höherer Feuchte ( 8 - 9 %) geerntet wurde, steigerte den Gesamtertrag überdurchschnittlich. Mit rund 41 dt/ha bleibt das Ergebnis beim Raps aber voraussichtlich etwas hinter dem Vorjahresertrag (45 dt/ha) zurück. „Fünf Tonnen pro Hektar werden wir auf 36er Boden nicht ernten“, zeigte sich Müller realistisch. Von den angebauten Sorten hätte aber keine enttäuscht. Compass, Avatar und Sherpa ragten aus dem Sortiment hervor.  

Ausgesprochen froh ist der Abteilungsleiter über den zügigen Ernteverlauf in den vergangenen Tagen: Nicht nur der Raps, auch die Erbsen von 35 ha sind unter Dach und Fach. Die Eiweißpflanzen werden im Betrieb in der Rinderfütterung eingesetzt. „Mit 50 dt/ha haben die Erbsen den Durchschnittsertrag der vergangenen drei Jahre übertroffen“, so Müller zufrieden.

Nach gut 18 mm Niederschlag am 30. Juli steht den Landwirten nun die letzte Ernteetappe bevor: Von 320 ha Winterweizen sind noch 200 ha zu ernten. Dazu Sommertriticale von 35 und Roggen von 90 ha. „Sieben Druschtage, und wir sind durch“ rechnet Uwe Müller vor und klappt sein Erntetagebuch zu. Zumindest für den heutigen Tag.

Gerd Rinas  

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