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Randstreifen adè?

Dr. Naumann vor Luzernefeld

Dr. Naumann vor Luzernefeld © Gerd Rinas

Der Luzerne-Gras-Bestand könnte alt werden. Wegen des drohenden Ackerstatusverlustes wird er umgebrochen, so Dr. Naumann.

Randstreifen adè?

Landwirte im Agrarbetrieb Groß Grenz fürchten um Ackerstatus von Schutzflächen um Gewässer.

<< links: Randstreifen schützen Gewässer. Allerdings besteht das Risiko, den Ackerstatus auf den Streifen zu verlieren. © Gerd Rinas

Im Agrarbetrieb Groß Grenz ist es seit vielen Jahren Praxis: Auf Ackerland, das an Gewässer grenzt, werden Randstreifen angelegt, die nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt und auch nicht gedüngt werden. Dadurch gehen etwa 35 Hektar für den Anbau von Getreide, Raps, Mais oder anderen Kulturen verloren. Die Landwirte nehmen das in Kauf. „Gewässerschutz ist wichtig. Deshalb haben wir uns an den Feldrändern zu den Flüssen Warnow und Beke, zu Söllen und Gräben für diese etwa zehn Meter breiten Schutzstreifen entschieden. Sie haben sich als sichere Methode erwiesen, den Eintrag von Dünger und Pflanzenschutzmitteln in Gewässer zu reduzieren“, sagt Geschäftsführerin Dr. Kathrin Naumann.

>>rechts: Gemähter Randstreifen um einen Soll in der Gemarkung Groß Grenz. © Gerd Rinas

Dennoch ist seit ein paar Tagen mit dieser Praxis Schluss: „Wir haben begonnen, die Randstreifen umzubrechen und für ein Jahr in Kultur zu nehmen“, sagt Naumann. Hintergrund: Die Kennzeichnung als Ökologische Vorrangfläche sichert zwar den Ackerstatus der Randstreifen bis zum Ende der Förderperiode 2020. Aber was danach kommt, ist unsicher. „Es fehlt an einer nachhaltigen Regelung sowohl im Interesse des Gewässerschutzes als auch der Flächeneigentümer und -bewirtschafter. Das Risiko, dass diese Streifen ihren Ackerstatus verlieren, ist uns zu groß.“

Noch dringlicher sieht sie Handlungsbedarf bei Ackerflächen, die beispielsweise mit einem Luzerne-Gras-Gemisch bestellt, aber nicht als ökologische Vorrangflächen gemeldet sind. „Laut Gesetz wird Ackerland zu Grünland, wenn fünf Jahre lang zum Beispiel Luzerne-Gras-Gemisch angebaut wird. Unser Schlag ‚Am Konsum Groß Grenz‘ steht seit 2013 als Luzerne-Grasschlag im Agrarantrag. Das Luzernegras wächst ohne Pflanzenschutzmittel und nur mit minimalen Düngergaben auf. Als heimisches Eiweißfutter wertet die Luzerne die Rationen für unser Milchvieh auf. Es ist ein schöner Bestand, er könnte älter als fünf Jahre werden“, so Naumann. Tatsächlich gelten Reinsaaten wie Klee und Luzerne seit 2015 als Ackersaaten – Luzerne-Gras-Gemische allerdings nicht. Warum nicht, ist vielen Anbauern unverständlich. „Um dem Risiko zu begegnen, dass dieser Schlag seinen Ackerstatus verliert, werden wir ihn nächstes Jahr  ebenfalls umbrechen. „So leid es uns tut“, bedauert Kathrin Naumann.          

             

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