• 2014
  • 24.11.
  • 2014.24.11.

Neuer Kratzbaum tut den Schweinen gut

© Jean Höppner

Diese Bucht im Abteil 11 ist probeweise mit einem „Kratzbaum“ausgestattet. Die Tiere „schubbern“ sich gern daran.

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Das Abteil 11 im Mastschweinestall in Benitz bietet einen ungewohnten Anblick: In einer Bucht ragt ein Holzpfahl in die Höhe. Schweine treten heran und schubbern sich an dem Pfahl. „Wir wollen, dass die Tiere sich wohl fühlen. Ablenkung ist wichtig, um zum Beipiel das Schwanzknabbern einzuschränken“, erläutert Landwirt Jean Höppner. Zusammen mit Detlef Berner versorgt er in Benitz 3 100 Schweine.

Höppners Fazit drei Wochen nach dem Einbau des zwei Meter hohen und 33 cm dicken Eichenpfahls im Betonspaltenboden ist positiv: „Die Tiere haben ihn gut angenommen. Sie nagen daran herum, sind beschäftigt. Weil wir den ehemaligen Koppelpfahl etwas schräge befestigt haben, ist er auch für kleinere Schweine gut erreichbar“, so Höppner.

Alle Abteile im Benitzer Maststall sind mit Spielzeug ausgestattet. Das Abteil 11 weist neben dem „Kratzbaum“ indes weitere Besonderheiten auf. Eine Strohraufe bietet hier den Tieren dauerhaft Zugang zu Rauhfutter. Im Vergleich zu den Standardbuchten wurde zusätzlich ein freihängender Kegel mit Beißstangen installiert. Während in den anderen Abteilen 24 Schweine gemästet werden, sind es hier 22. Hintergrund für die besondere Belegung und Ausstattung: Das Abteil 11 ist ein Versuchsabteil, mit dem sich der Agrarbetrieb Groß Grenz auf die Teilnahme an der bundesweiten Initiative Tierwohl vorbereitet. Bei guten Erfahrungen sollen auch die anderen Abteile mit zusätzlichen Spielgeräten und Raufen ausgestattet werden.  

Die Initiative Tierwohl wird von der gesamten Wertschöpfungskette, von Schweinemästern über Schlachthöfe bis zum Lebensmitteleinzelhandel, getragen. „Wir versprechen uns von dem Mehr an Tierwohl, das die Initiative hervorbringt, für die konventionelle Schweineproduktion mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit“, sagt Höppner. Mit vier Cent je Kilogramm Verkaufsgewicht Schweinefleisch will der Lebensmitteleinzelhandel die Kosten der Landwirte für zusätzliche Tierwohlmaßnahmen ausgleichen. Die Vorbereitungen für den Start der Initiative Anfang 2015 laufen auf Hochtouren. Demnächst sollen die Anmeldeformalitäten bekantgegeben werden. Die Anmeldung selbst soll noch im Dezember möglich sein. Der Agrarbetrieb Groß Grenz beteiligt sich zur Vorbereitung auch an der Aktion „EinSichten in die Tierhaltung“. Besucher können von einem Podest aus durch Fenster die Tiere im Stall beobachten, Mitarbeiter beantworten Fragen. „Wir sind gespannt auf den Start der Tierwohlinitiative und hoffen, dass es bald los geht“, so Jean Höppner.  GERD RINAS

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