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  • 17.10.
  • 2018.17.10.

Milchtankstelle eröffnet

Innenansicht der neuen „Milchtankstelle“.

Milchtankstelle innen © Jürgen Drewes

Innenansicht der neuen „Milchtankstelle“. Außer Milch sind weitere Produkte aus der Region im Angebot.

Für Norbert war seit Tagen klar: Er muss der Erste sein. Seit die Bauarbeiten für die Milchtankstelle in Benitz im Spätsommer begannen, war Gemeindearbeiter Norbert Schumacher fast täglich vor Ort, um zu sehen, wie es voran geht. Fundament gießen, Versorgungsanschlüsse legen, das Holzhaus zusammenzimmern, die Technik installieren und letztlich die Außenanlage auf dem Gelände des Agrarbetriebes herrichten. Mit Rasenfläche, einer Bank zum Verweilen und den Informationstafeln, sodass jeder Vorbeikommende rechtzeitig erfährt, was da in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Rinderställen entsteht. Und nun fertig ist.

» Bild links: Außenansicht der neuen „weißen Tankstelle“ direkt vor der GGAB Agrarbetrieb Groß Grenz in Benitz.

Am Dienstag war es soweit. Und Norbert, wie der freundliche Allrounder nur von allen im Dorf gerufen wird, wusste natürlich auch, wann der offizielle Startschuss für die Milchtankstelle erfolgen sollte: am 16. Oktober, 16 Uhr. Und so war er pünktlich zur Stelle. Was Norbert jedoch nicht wusste: Der erste Kunde am neuen Dorftreffpunkt sollte die erste Flasche mit frisch gezapfter Milch gratis bekommen. So hatte es Dr. Kathrin Naumann, Geschäftsführerin der GGAB Agrarbetrieb Groß Grenz GmbH und Investorin des 55.000 € teuren Projekts, geplant. Und so geschah es auch. Norbert Schumacher bekam die erste Flasche überreicht, und die Freude darüber stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Fortan ist der Automat für jeden Liter Milch mit einem Euro zu füttern. Ob es künftig täglich um die 50 Kunden sein werden, die sich hier ihre frische, unbehandelte Milch holen, muss die Zukunft zeigen. Mit dieser Größe hat die Unternehmenschefin jedenfalls geplant. Sollte sich die „weiße Tankstelle“ wie gewünscht zum neuen Dorftreffpunkt entwickeln, muss niemandem um diese Prognose bange sein. In Benitz und den umliegenden Dörfern leben viele Hundert Menschen, und etliche kommen auf ihrer Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen hier vorbei. Und Milch direkt, sozusagen taufrisch aus dem nur wenige Meter entfernten Kuhstall zu bekommen, das kann kein Supermarkt, kein Discounter leisten.

» Bild rechts: Dr. Kathrin Naumann und Dorfbewohner bei der ersten Milchanlieferung

Nach mehreren Transportwegen vom Stall zur Molkerei, zu den Verarbeitungsbetrieben und schließlich zum Händler gelangt die Milch pasteurisiert, homogenisiert oder ultrahocherhitzt in die Regale. In Benitz fließt sie unbehandelt direkt im Stall in den 50 Liter fassenden Tank. Ist der leer, wird frische Milch nachgefüllt. Eine Marke, ein Gefühl! So etwas, ein Nahrungsmittel in seiner Ursprünglichkeit, kann nur der Landwirt in Direktvermarktung bieten. Auch die Öffnungszeiten sind umschlagbar; 7 Tage die Woche, 24 Stunden rund um die Uhr. Ein ständiger Fluss, ohne Pause. Und wer zu seiner Milch daheim noch ein leckeres Pastagericht auf den Tisch bringen möchte, auch an den ist gedacht. Die Tankstelle wurde gleich zum Regiopoint erweitert, mit allerlei weiteren Nahrungsmittelangeboten aus der Region – inklusive Büchertauschzentrale. Pasta, zuzüglich verschiedener Saucen, kommt aus der Real Food Küchenwerkstatt in Niendorf bei Schwaan, Honig von einem benachbarten Imker und Käsespezialitäten stammen aus der Ostseemolkerei Rücker in Wismar. Dorthin liefert der Agrarbetrieb nunmehr nicht mehr täglich um die 13.000 Liter Milch von seinen 450 Kühen, sondern 50 Liter weniger. Steigerung möglich, wenn das Zapfen an der eigenen Tankstelle so richtig in Schwung gekommen ist.

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