• 2018
  • 13.11.
  • 2018.13.11.

Mehr Platz für die Schweine

Simone Tiedt im Schweinestall, im Vorder- und Hintergrund sind Schweine

Simone Tiedt im Schweinestall ©Simone Tiedt

Jetzt werden 21 statt 24 Läufer in einer Bucht aufgezogen. „Wir erhoffen uns positive Auswirkungen auf die Tiergesundheit“, so Abteilungsleiterin Siomone Tiedt.

Mehr Platz für die Schweine

Beim ersten Anlauf vor drei Jahren blieb der Agrarbetrieb Groß Grenz in den Startlöchern stecken: „Als wir uns am Losverfahren zur Teilnahme an der Initiative Tierwohl bewarben, hatten wir kein Glück. Die Enttäuschung war damals groß“, erinnert sich Geschäftsführerin Dr. Kathrin Naumann.

Um so größer die Freude jetzt beim zweiten Anlauf. „Nach einem sechsstündigen Audit stand fest, dass wir an der Initiative teilnehmen können“, berichtet Naumann. Sowohl in der Produktionsart Schweinemast als auch in der Sauenhaltung bestätigte der Prüfer, dass die Kriterien eingehalten werden. „Die Anforderungen haben sich seit dem Start der Initiative verschärft. Was vor drei Jahren Kann-Kriterium war, ist nun Standard“, so Naumann.

Wer an der Initiative teilnimmt und seinen Tieren bessere Haltungsbedingungen gewährt, erhält bis zu 2,80 € pro abgesetztem Ferkel und bis zu vier Euro pro Mastschwein für seine Tierwohlanstrengungen. Das Geld wird von Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels  bereitgestellt.

» Bild links: Sogenannte Bite-Rites kommen als Beschäftigungsmaterial in der Schweinemast zum Einsatz. ©Gerd Rinas

Zu den umfangreichen Grundanforderungen in der Sauenhaltung zählen u. a. die Teilnahme am Antibiotikamonitoring, ein Gesundheitsplan sowie Checks von Stallklima und Tränkewasser. Ebenso organisches Beschäftigungsmaterial und zehn Prozent mehr Platz gegenüber herkömmlicher Haltung. Im Besamungsstall in Klein Grenz sorgt eine bewegliche Holzleiste bei den Tieren für Beschäftigung. Im Wartestall und in der Abferkelung erfüllen Holzklötze an Ketten diesen Zweck. Beides wird gut angenommen. Sogenannte Byte-Rites kommen hingegen nur noch in der Schweinemast zum Einsatz. „Sauen ziehen dieses Spielzeug runter, bauen es regelrecht ab“, berichtet Abteilungsleiterin Simone Tiedt.

» Bild links: Ständiger Zugang zu Rauhfutter  ist in der Initiative Tierwohl eine Wahlanforderung in der Schweinemast. ©Gerd Rinas

Neben den Grundanforderungen müssen die teilnehmenden Betriebe mindestens eine von mehreren Wahlanforderungen erfüllen. „Wir haben uns in der Sauenhaltung für 20 Prozent mehr Platzangebot im Wartestall entschieden. Außerdem bieten wir offene Tränken in der Gruppenhaltung an“, erläutert Naumann. Auch in der Produktionsart Schweinemast entschied man sich für dieses Wahlkriterium. Statt sechs bis sieben sind jetzt nur noch fünf Sauen in einer Bucht. Zehn Prozent mehr Platz in der Mast bedeuten 21 statt 24 Läufer in einer Bucht. „Wir erhoffen uns, das sich das größere Platzangebot positiv auf die Tiergesundheit auswirkt und die Tageszunahmen steigen. Weniger Tiere in einer Bucht lassen sich auf jeden Fall besser beobachten“, so Tiedt.  Die Teilnahme an der Initiative kann dem Betrieb in den nächsten drei Jahren bis zu 68 000 € zusätzliche Einnahmen pro Jahr bringen. Wenn die kommenden Audits keine Beanstandungen ergeben. Bei dem aktuell sehr niedrigen Erzeugerpreis von 1,36 €/kg Schlachtgewicht hat Kathrin Naumann aber keine Illusionen: „Die zusätzlichen Erlöse gleichen den Preisverfall nicht aus. Sie federn ihn nur ein wenig ab.“.

 

 

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr