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  • 2016.29.09.

Kein Antrag auf Beihilfe

© Gerd Rinas

Melker Nico Frahm hat für den Agrarbetrieb Groß Grenz schon bei vielen Melkwettbewerben hervorragende Leistungen vollbracht. Wie seine Kollegen wünscht er sich, dass die Milch wertgerecht vermarktet wird.

In Mecklenburg-Vorpommern sind bis zum Antragsschluss am 21. September 166 Anträge auf Milchverringerungsbeihilfe gestellt worden. Nach Kontrolle durch die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt wurden 158 Anträge  über eine Milchreduktionsmenge von 24,7 Mio. kg an die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) weitergemeldet. Die Reduktionsmenge entspricht 1,5 % der Milchanlieferung von Erzeugern mit Betriebssitz in MV im Jahr 2015, verlautete aus dem Schweriner Agrarministerium.

Der Agrarbetrieb Groß Grenz hat sich am Milchmengenreduzierungsprogramm nicht beteiligt. „Für uns hätte das betriebswirtschaftlich keinen Sinn gemacht“, sagt Geschäftsführerin Dr. Kathrin Naumann. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Milchproduktion in dem Bestand mit 400 Kühen um zwei bis drei Prozent gestiegen. Dieser Trend dürfte auch in den nächsten Wochen anhalten. „Wenn wir am Reduktionsprogramm teilnehmen und bis zu 14 ct/kg weniger gelieferter Milch Reduktionsbeihilfe erhalten wollten, müssten wir die Liefermenge also nicht um ein, sondern zwei bis drei Prozent im Vergleichszeitraum zum Vorjahr reduzieren. Unterm Strich sind das rund 3 000 € weniger, als wenn wir die Milch vollständig zum aktuellen Preis an die Molkerei vermarkten“, rechnet Naumann vor. Hinzu käme ein Unsicherheitsfaktor: Niemand wisse derzeit, wie intensiv das Reduktionsprogramm genutzt werde, und am Ende 14 oder vielleicht nur 10 ct/kg reduzierte Milch gezahlt würden.

Die Geschäftsführerin macht kein Hehl daraus, dass sie dem Hilfsprogramm von Anfang an skeptisch gegenüberstand. „Eine nachhaltige Milchmengenreduzierung verlangt zwingend einen europäischen und keinen nationalen Lösungsansatz.“ Dieses Programm richte sich an die Milchbauern. „Wir brauchen aber Lösungen, die bei den Molkereien ansetzen“, betont Naumann. Außerdem komme das Reduktionsprogramm „einen Tick zu spät“: „Alle Indikatoren für den Milchpreis, vom Kieler Rohstoffwert, über Käsenotierungen bis zum Spotmarkt, zeigen nach oben.“ Bei ähnlichen Indikator-Entwicklungen in früheren Jahren stieg der Auszahlungspreis rasch an. „Jetzt dümpelt der Preis aber immer noch bei 24,5 ct/kg. Wir erwarten, dass unser Vermarktungspartner, die Ostsee-Molkerei in Wismar, höhere Verkaufserlöse unverzüglich an die Milcherzeuger weitergibt“, stellt Kathrin Naumann klar.

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