• 2015
  • 10.04.
  • 2015.10.04.

In den Startlöchern

© Gerd Rinas

Ferkelabteil mit Beschäftigungsmaterial und Bite-Rite-Kaustäben aus Naturkautschuk.

Im Agrarbetrieb Groß Grenz südlich von Rostock hat das Tierwohl einen hohen Stellenwert. Die Landwirte arbeiten mit Wissenschaftlern der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern zusammen, um die Bedingungen in der Schweinehaltung  zu optimieren. Erst zu Jahresbeginn endete ein Versuch, in dem Maßnahmen erprobt wurden, mit denen das Schwanzbeißen reduziert werden kann. Die Ergebnisse zeigen, dass sich durch mehr Beschäftigungsmaterial, Strohraufen und ein größeres Platzangebot das Schwanzbeißen vermindern lässt. Mit Tierbetreuung und ausreichend Beschäftigung kann im Agrarbetrieb  Groß Grenz bei etwa 80 % der Schweine auf das Kupieren der Schwänze verzichtet werden.

Ihre betrieblichen Erfahrungen wollen die Landwirte nun in die Initiative Tierwohl einbringen. Seit dem vergangenen Herbst bereiten sie sich intensiv darauf vor. Zunächst war die Frage zu klären, wo man sich beteiligt – Sauenhaltung, Ferkelaufzucht, Mast? Die Absicht, in allen drei Bereichen teilzunehmen erwies sich bei näherer Prüfung als nicht tragfähig. Zwar statteten die Landwirte im vorigen Herbst im Maststall ein Abteil modellhaft nach den Anforderungen der Initiative mit einem größeren Platzangebot und zusätzlichem organischen Beschäftigungsmaterial – Bite-Rite-Kaustäben aus Naturkautschuk – aus. Eine Strohraufe bot den Tieren dauerhaft Zugang zu Raufutter. Am Ende erwies sich aber, dass die beiden Pflichtkriterien im Maststall mit einem zu hohen Aufwand verbunden wären. Bei einer Umstellung auf „ständigen Zugang zu Raufutter“, sprich Stroh, hätte das gesamte Güllesystem angepasst werden müssen. Andererseits reichen die bereitgestellten finanziellen Mittel nicht aus, um Mindereinnahmen bei einem generell größeren Platzangebot in den Abteilen auszugleichen. Auch deshalb nicht, weil das ursprüngliche Sonderpaket Ringelschwanz (Bonus: 6 € pro Tier) vorerst noch auf Eis liegt.

„Aus diesen Gründen haben wir entschieden, uns mit der Sauenhaltung und der Ferkelaufzucht an der Initiative zu beteiligen“, berichtet Geschäftsführerin Dr. Kathrin Naumann. In der Gruppenhaltung der Sauen lässt sich das Wahlpflichtkriterium „zehn Prozent mehr Platz“ gut umsetzen. Als Wahlkriterium wird eine vierwöchige Säugezeit gewährleistet. In der vorigen Woche wurden in die Holztüren der Abferkelabteile Scheiben eingesetzt, die nun einen indirekten Tageslichteinfall gewährleisten.

Im Flatdeck sind vier Abteile mit Fenstern ausgestattet worden. In einem Abteil wurde ein Lichtschacht installiert. „Jetzt sind wir dabei, im Flatdeck statt Nippeltränken offene Tränken zu installieren. Damit sollten die Basisanforderungen im Bereich der Sauenhaltung und Ferkelaufzucht zu erfüllen sein“, sagt Kathrin Naumann. In den nächsten vierzehn Tagen sollen die ausstehenden Arbeiten abgeschlossen werden. „Noch in dieser Woche wollen wir uns über unseren Bündler LMS anmelden. Bis Ende April soll die Bestätigung vorliegen. Dann kann es endlich losgehen“, hofft Kathrin Naumann.      

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