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  • 2018.04.07.

Generationswechsel im Blick

© Gerd Rinas

Im Gespräch: Dr. Kathrin Naumann und Anne-Kathrin Knobloch.

Die vorige Woche war für Anne-Kathrin Knobloch keine Woche wie jede andere. „Unser Herdenmanager hatte Urlaub. Ich habe ihn das erste Mal vertreten. Es ist alles gut gegangen, aber es war aufregend“, gesteht die 26-Jährige.

Seit Anfang Mai ist Knobloch im Agrarbetrieb Groß Grenz als Assistentin im Herdenmanagement tätig. Mit der Anstellung ging für sie ein Traum in Erfüllung. „Ich wollte schon immer mit Milchkühen arbeiten. Jetzt hab ich die Chance. Und die will ich nutzen“, sagt die junge Frau.

Knobloch hat an der Universität Rostock Agrarwissenschaften studiert und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden ihren Master in „Produktmanagements in Agrarwirtschaft und Gartenbau“ gemacht. Ihr Berufsleben begann sie als Auditorin beim LKV in Güstrow. Zweieinhalb Jahre war sie dort verantwortlich für molkereibezogene Kontrollen in Milchviehbetrieben. „Mit der Zeit wurde mir klar: Dein Platz ist in der landwirtschaftlichen Praxis“, sagt Knobloch.

Im Agrarbetrieb Groß Grenz hatte sie 2016 ein Praktikum absolviert und u. a. in einem Versuch mit 90 Kälbern Ursachen für Durchfall untersucht. Der Kontakt zum Betrieb war seitdem nie abgerissen. Bei Geschäftsführerin Dr. Kathrin Naumann hatte sie einen positiven Eindruck hinterlassen. „Der Generationswechsel macht um unseren Betrieb keinen Bogen. Wir sind ständig auf der Suche nach motivierten und engagierten jungen Leuten, die Kollegen ersetzen können, die in Rente gehen“, sagt Naumann.

Praktikantin Knobloch  und Angelika Prädel bei den Kälbern. © Gerd RinasBei Jörg Nimke, Herdenmanager und Abteilungsleiter Milchproduktion, ist das noch eine Weile hin. „Uns ist aber wichtig, dass derjenige, der die Aufgabe übernehmen soll, mindestens ein bis zwei Jahre nebenher läuft. Handelt es sich beim Herdenmanager doch um eine Schlüsselposition“, so Naumann.

Das weiß auch Anne-Kathrin Knobloch. Seit sie im Betrieb ist, weicht sie dem Abteilungsleiter nicht von der Seite. „Nimkes Schatten“, wird sie spaßenshalber von Kollegen genannt. Sie selbst stört das nicht. „Ich sauge alles auf wie ein Staubsauger und versuche, möglichst viel zu behalten.“ All das kann eigene Erfahrungen nicht ersetzen. Doch die junge Frau ist zuversichtlich. „Die erste Woche in eigener Verantwortung ist nicht schlecht gelaufen. Das Team zog mit“, freut sich Knobloch.

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