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Frühjahrsarbeiten - wann geht es richtig los?

© Kathrin Naumann

Wechselhafte Witterung lässt nur zeitweise die Düngeausbringung zu.

Bei der Düngung hat jeder Landwirt seine eigene Strategie. Wichtig ist, rechtzeitig zu Vegetationsbeginn die Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Das heißt, nicht zu früh, aber auch nicht zu spät. Das ist in diesem Jahr nicht leicht.  Am 8. März hatte das Ackergras die erste Stickstoffgabe vollständig erhalten. Gern hätten der Abteilungsleiter Pflanzenproduktion und seine Männer vorige Woche mit Raps und Getreide weitergemacht. Auf einem 20-ha-Teilschlag wurde Pflanzennährstoff ausgebracht, danach musste die Aktion aber abgebrochen werden: „Der Wind war zu stark. Und an anderer Stelle war der Acker noch nicht befahrbar“, erläutert Müller.

Aufwendiger Transport

Auf dem Schlag Dorfweide konnte vorige Woche Gülle ausgebracht werden. Der Nährstoff wurde gleich in den Boden eingearbeitet. © Kathrin NaumannDas galt in den vergangenen Wochen auch für die Gülleaus­bringung. Anfang Februar kamen 700 m3 auf Luzernegras, Grünland und die Zwischenfrüchte. „Die Bedingungen waren günstig, morgens war der Boden an der Oberfläche gefroren und befahrbar, im Tagesverlauf taute er durch die Sonneneinstrahlung auf. Am 10. Februar war dann aufgrund der Witterung erst mal wieder Schluss“, erinnert sich der Abteilungsleiter.

Weil die Güllelagerkapazitäten in Benitz erschöpft waren, kamen 1.500 m3 in das Lager nach Kassow. „Über die Möglichkeit, umzulagern, sind wir froh, aber der finanzielle Aufwand ist erheblich“, so Uwe Müller. Mittlerweile ist auch ein Teil der Grünlandflächen bei Kassow mit organischem Pflanzennährstoff versorgt.

Zu Wochenbeginn stiegen die Temperaturen an und die Sonne schien. „Der starke Wind ist weg, nun müssen wir schauen, wo wir auf den Acker kommen“, sagt Müller. Wenn die Schläge befahrbar sind, ist das Ausbringen von mineralischem Dünger kein Problem. Mit ihren drei Düngerstreuern schaffen die Landwirte 300 bis 400 ha am Tag. „Auf 930 ha Druschfläche sind wir an vier Tagen durch“, so Müller.

Nicht alles auf einmal

Auch beim Steinesammeln hoffen die Benitzer voranzukommen. „Wir müssen auf der gesamten Druschfläche Steine sammeln, wenn wir zur Ernte im Sommer keine unangenehmen Überraschungen erleben wollen“, so Geschäftsführerin Dr. Kathrin Naumann. Normalerweise schaffen die Landwirte im Herbst, 70–80 % der Flächen abzusammeln. Im vorigen Jahr machte ihnen der Regen einen Strich durch die Rechnung. Immerhin wurden in den vergangenen Wochen 150 ha Acker von Steinen befreit. „Wenn die Flächen befahrbar sind, machen wir weiter“, so Naumann. Dann muss jeden Tag neu entschieden werden, welche Arbeiten Vorrang haben. „Alles auf einmal geht nicht“, so die Geschäftsführerin.

Die Ackerfrüchte sind im Herbst weitgehend wie geplant in den Boden gekommen, wenn auch nicht immer unter optimalen Bedingungen. Ein 45-ha-Schlag, auf dem Weizen gedrillt werden sollte, blieb wegen Nässe unbestellt. Dort sollen nun Mais und Erbsen angebaut werden. Im Tausch wurde ein für Erbsen vorgesehener 30-ha-Schlag mit Weizen bestellt. „Früh und spät bestellte Kulturen sind gut über den Winter gekommen, der Raps nicht hundertprozentig“, schätzt Uwe Müller ein. Sobald Witterung und Bodenverhältnisse es zulassen, soll mit der Aussaat von Erbsen (75 ha) und Sommertriticale (45 ha) begonnen werden. Später folgt noch Mais auf 125 ha. „Das Saatgut haben wir im Januar gekauft, es steht bereit. Von uns aus kann es losgehen“, so Uwe Müller.

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