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Frische Milch vom Hof direkt zum Kunden

© Gerd Rinas

In den Startlöchern: Wenn der Zuwendungsbescheid im Frühjahr eintrifft, wollen Dr. Kathrin Naumann und ihre Mitstreiter in Benitz ihr Projekt starten.

Gute Nachrichten erreichten kürzlich den Agrarbetrieb Groß Grenz: Mit durchschnittlich 12 042 kg Milch (4,11 % Fett, 3,35 % Eiweiß) pro Kuh schaffte das Unternehmen im LKV-Jahr 2016/17 mit seinen rund 450 Milchkühen wieder eine hervorragende Leistung. „In der Menge sind wir zwar nicht ganz an das Vorjahresergebnis von 12 760 kg pro Kuh herangekommen. Dafür hat die Milch dieses Mal mehr Inhaltsstoffe“, freut sich Dr. Kathrin Naumann.

Bei der Geschäftsführerin sorgte noch eine frohe Kunde für gute Laune: Schon längere Zeit denkt Kathrin Naumann über den Bau einer Verkaufsstation für frische Milch aus dem Betrieb nach. Die Milchpreiskrise hatte das Vorhaben in den Hintergrund treten lassen. Nachdem sich die Auszahlungspreise erholten, begannen die ersten Planungen. „Wir wollen 15 000 € in das Projekt investieren. Jetzt hat die Leader-Aktionsgruppe der Region Ostsee-Bad Doberan einer Förderung zugestimmt“, berichtet Kathrin Naumann. Rund 50 000 € aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung ländlicher Räume sollen für die Errichtung eines sogenannten Regiopoints zur Direktvermarktung von Milch und anderen Produkten aus dem Umkreis in Benitz zur Verfügung gestellt werden. In die Förderung eingeschlossen sind Planungsleistungen, die Errichtung des Verkaufsraumes, die technische Ausrüstung des Verkaufsautomaten, Stromversorgung, Sitzplätze und Informationstafeln.

Es gehe nicht darum, mit dem Milchdirektverkauf viel Geld zu verdienen. „Solche Erwartungen wären wohl nicht realistisch. Vielmehr wollen wir deutlich machen, dass unser Betrieb dazu beiträgt, die Region mit Lebensmitteln zu versorgen. Das Projekt ist ein wichtiger Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit“, beschreibt die Geschäftsführerin das Anliegen.

Am Rande von Benitz soll ein leichtes Gebäude errichtet und darin ein Milchautomat aufgestellt werden. Hier sollen Kunden frische Milch in Ein-Liter-Mehrweg-Flaschen abfüllen und kaufen können. Daneben ist vorgesehen, in einem weiteren Automaten Eier, Honig und Apfelsaft von Partnern aus der Region anzubieten.

Mit 12 042 kg Milch gaben die Kühe in Benitz 2016/17 wieder sehr viel Milch. © Gerd RinasDer Verein „Miteinander Benitz- Brockhusen“ will Obst aus den Gärten alter Gutshäuser in den „Regiopoint“ bringen.

Der Platz soll außerdem Dorfbewohner und Reisende zum Verweilen einladen. Dazu sind eine Buchtauschbörse sowie Sitzmöglichkeiten und Fahrradständer geplant. „Schön wäre es, wenn Kunden, Einwohner und Besucher des Regiopoints ins Gespräch kommen“, wünscht sich Kathrin Naumann.

Bei dem zu erwartenden Milchabsatz rechnet die Geschäftsführerin erst einmal mit kleinen Mengen. „50 Liter am Tag wären ein guter Anfang. Wir werden sehen, ob unser Regiopoint, vier Kilometer neben der Landesstraße, die von der Stadt Schwaan zur A 20 führt, außer Dorfbewohnern weitere Kunden anlockt“, so die Geschäftsführerin. Nachdem die Leader-Aktionsgruppe zugestimmt hat, rechnet Kathrin Naumann im Frühjahr mit dem Zuwendungsbescheid vom zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt. Danach könnte mit dem Bau begonnen werden.

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