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  • 2016.02.11.

Feldarbeiten stehen vor dem Abschluss

© Gerd Rinas

Landwirt Nico Schwarz,sonst in der Pflanzenbauabteilung, hilft in diesen Tagen im Milchviehstall aus.

Bildergalerie: Feldarbeiten stehen vor dem Abschluss

Nico Schwarz ist an diesem Freitagmorgen seit vier Uhr im Benitzer Milchviehstall unterwegs. Für den jungen Landwirt, ist das ein ungewöhnlich früher Arbeitsbeginn. „Normalerweise arbeite ich in der Abteilung Pflanzenbau. Weil ein Stammfütterer im Urlaub ist, helfe ich im Stall aus“, sagt Schwarz. Für ihn kein Problem: „Pflanzenproduktion und Tierhaltung gehören zusammen, ich bin in beiden Betriebszweigen ausgebildet. Und etwas Abwechslung schadet nicht“, meint der junge Mann, der seine Lehre ebenfalls im Agrarbetrieb Groß Grenz absolvierte.

Auf dem Hof und in der Werkstatt ist an diesem Morgen ruhig. Mitarbeiter haben Urlaub, feiern Überstunden ab, oder sind zu Reparaturen in den Ställen. Schlosser Thomas Kretzschmann treffen wir  an seinem Mähdrescher in der Unterstellhalle an. „Die Maschine wurde gleich nach der Ernte von den Servicepartnern der Mecklenburger Landtechnik in Mühlengeez durchgesehen, um den Bedarf an Ersatzteilen abzuschätzen. Die Teile sind bestellt, im Januar beginnen wir mit den Reparaturen“, berichtet Kretzschmann. Die übrige Technik in der Halle ist ebenfalls schon winterfest abgestellt.

„Die Feldarbeiten stehen vor dem Abschluss“, ist von Geschäftsführer Rainer Tschirner zu erfahren. Nur noch wenige Ackerschläge sind ohne Herbstfurche. Zu ernten ist ein 12-ha-Luzerneschlag am Rande des Nachbardorfes Groß Grenz. „Der Aufwuchs ist sehr gut, es wird höchste Zeit für die Mahd. Regen in den vergangenen Tagen hat den Acker aber aufgeweicht. Unter diesen Bedingungen ist weder die Mahd noch das Anwelken möglich. Wir müssen warten“, so Tschirner.
Die letzten Rinder kommen in den nächsten Tagen von der Weide. Auf 140 ha Grünland stehen das Mulchen und weitere Pflegearbeiten an, mobile Tränken und Zäune müssen abgebaut, gereinigt und eingelagert werden.

Alle Kulturen sind termingemäß bestellt worden, dennoch ist Tschirner nicht voll zufrieden: „In den vergangenen Wochen war es viel zu trocken. Mehrere Gerstenbestände sind noch nicht aufgelaufen, ein Teil der Pflanzen hat sich nur unzureichend bestockt. Besonders auf Lehmkuppen hat sich der Auflauf verzögert“, haben Tschirner und der Abteilungsleiter Pflanzenbau, Uwe Müller, beobachtet. Ein 30 ha-Rapsschlag nach Feldgras leidet unter Wasserentzug. Die übrigen Raps- und Weizenbestände weisen für die Jahreszeit normale Bestandsbilder auf.

Eine Nachricht, die den Betrieb im Oktober erreichte, löste allseits Freude aus: Mit 12 713 kg pro Kuh (4,02 % Fett, 3,26 % Eiweiß) gelang im Ende September abgelaufenen LKV-Jahr wieder ein Spitzenergebnis. Mit einem durchschnittlichen Tagesgemelk von 36 kg Milch pro Kuh ist die Leistung aktuell weiter auf hohem Niveau. Der Wermutstropfen: Der Auszahlungspreis liegt mit  26,5 Ct/kg Milch immer noch deutlich unter der Rentabilitätsschwelle.

Sorge bereitet ebenfalls die Preisentwicklung am Schweinemarkt: In nur drei Wochen stürzte die Notierung von 1,72 auf 1,52 pro kg Schlachtgewicht ab. Damit rutscht die Schweineproduktion erneut in die roten Zahlen.

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