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  • 2014.20.08.

Erntestaub heruntergespült

© Kathrin Naumann

Die Stimmung während der Ernteauswertung war gelöst. Die Ergebnisse bei den Mähdruschfrüchten liegen über dem Durchschnitt.

Zufriedene Gesichter im Agrarbetrieb Groß Grenz: Am 13. August endete mit dem Drusch der Sommertriticale die Halmfruchternte 2014! Sieben Tage danach kamen die Männer der Pflanzenbaubrigade, die Auszubildenden und die Geschäftsführung traditionsgemäß zur Ernteauswertung zusammen.

„Wir sind am 6. Juli in der Wintergerste gestartet. Danach gab es einige Verzögerungen, insgesamt nahm die Ernte der Mähdruschfrüchte aber einen guten Verlauf“, schätzte Geschäftsführer Rainer Tschirner ein. „Mähdrescherfahrer, Abfahrer, Fahrer und alle an der Ernte beteiligten Mitarbeiter haben Einsatz gezeigt und Verantwortung übernommen“, so Tschirner. Die beiden Mähdrescher Claas Lexion 760 und New Holland CR 980 hätten einmal mehr ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt.

In den vergangenen Wochen wurden von den 950 ha Druschfläche 5 600 t Getreide, 1 250 t Raps und 180 t Erbsen in lagerfähiger Qualität geborgen, so dass keine Trocknungskosten anfielen. „Im Vergleich zum fünfjährigen Mittel haben wir eine überdurchschnittliche Ernte eingebracht“, gibt Rainer Tschirner bekannt. So ernteten die Landwirte bei Winterweizen 90 dt/ha. Damit erzielten sie den bisher höchsten Ertrag auf ihren Flächen mit durchschnittlich 36 Bodenpunkten.

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten: „Die Getreidepreise sind im Keller“, so Tschirner. Außerdem: Der hohe Ertrag hat im Weizen zu einem Verdünnungseffekt beim Proteingehalt geführt. „Wir hatten unsere Stickstoffdüngung auf 80 dt/ha ausgelegt. Ein Teil des angestrebten A-Weizens erreicht nur B- beziehungsweise Futterweizenqualität, was wiederum weitere Preisverluste nach sich zieht“, so der Geschäftsführer. Immerhin hoffen die Landwirte, durch die größere Erntemenge einen Teil der Preisverluste gegenüber dem Vorjahr auszugleichen.

Parallel zur Ernte lief die Strohbergung. „Wir haben zwei Häckselstrohmieten angelegt und 2 300 Rund- sowie 400 Quaderballen eingelagert. Damit können wir den Bedarf an Rinderfutter und Einstreu bis zur nächsten Ernte decken und haben darüber hinaus Reserven“, so Tschirner.

Die Vorbereitung der abgeernteten Schläge auf die Wiederbestellung ist vorangeschritten. Die Flächen wurden mit Gülle versorgt, die Rapsaussaat auf rund 300 ha ist zu 70 % abgeschlossen. „Wir wollen Mitte nächster Woche werden fertig werden“, so Rainer Tschirner, der bei der Auswertung am Mittwoch schon einen Blick voraus warf. Der Mähdrescher New Holland soll 2015 seine elfte Ernte einbringen und danach ausgetauscht werden. Dazu haben die Landwirte schon in den vergangenen Wochen Vorführmähdrescher im Einsatz getestet. Nach Detail-Besichtigungen neuer Maschinen in mehreren Mähdrescherwerken in den Wintermonaten sind für die folgende Ernte weitere Vorführungen vorgesehen. „Bei der Auswahl des Nachfolgers sind wir völlig offen. Claas, New Holland oder John Deere, wir werden die Angebote der Händler sorgfältig prüfen“, so Tschirner, bevor er am Mittwochabend nach der Auswertung mit den Männern vom Pflanzenbau  den Erntestaub herunterspülte.

Gerd Rinas

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