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Ernten und Bestellen

© Gerd Rinas

Der Raps ist auf 291 ha bestellt und gut aufgelaufen. „Gegen den deutlichen Erdflohfraß haben wir eine Insektizidmaßnahme durchgeführt“, so Dr. Kathrin Naumann.

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Die Ernte von Getreide und Raps hat in diesem Jahr auch im Agrarbetrieb Groß Grenz ­zusätzlichen Aufwand verursacht. Immer wieder sorgten Regenschauer für unfreiwillige Pausen. „Den letzten Weizen haben wir am 28. August mit einem Mäh­drescher mit Raupenlaufwerk ­geborgen. Die Fläche war regelrecht aufgeweicht“, sagt Geschäftsführerin Dr. Kathrin Naumann. Brauchten die Landwirte seit 2004 im Schnitt 42 Druschtage, waren es diesmal 50. Nur im Regensommer 2011, als die beiden Drescher 74 Tage im Einsatz waren, zog sich die Mahd noch länger hin.

Unter dem Strich haben die Landwirte, gemessen am langjährigen Mittel, eine knapp durchschnittliche Ernte eingebracht. Zwar gelang bei der Wintergerste mit 92 dt/ha der bisher zweithöchste Ertrag. Doch sowohl bei Weizen (80 dt/ha) als auch bei Raps (31 dt/ha) erfüllten sich die Erwartungen nicht. Dabei sind die 14 % Minderertrag bei der Ölfrucht nach der Missernte 2016 (23 dt/ha) erneut eine herbe Enttäuschung. Die Entscheidung, den Rapsanbau einzuschränken, haben die Landwirte noch einmal vertagt.

Der Raps wurde zu vernünftigen Preisen verkauft, die fehlende Menge verursacht allerdings Mindererlöse. Beim Weizen hat der Regen Fallzahlen und Protein­gehalte in den Keller rutschen lassen. Statt A-Weizen wird das Korn wohl als B-Weizen zum Händler kommen. Wegen der ungenügenden Preise wurde mehr Weizen eingelagert als in den Jahren zuvor. „Wir rechnen beim Getreide mit leicht unterdurchschnittlichen Erlösen“, so Naumann.

Zufrieden ist die Geschäftsführerin mit der Strohernte. „Wir haben die Zeitfenster zwischen den Schauern optimal erwischt.“ Zwei große Häckselmieten wurden angelegt, 2 000 Rundballen mit eigener Technik und 300 Quaderballen von einem Lohnunternehmen gepresst. Damit sind Einstreu und Futterstroh für die Kühe und Kälber im Winter abgesichert.

Unterdessen führt die anhaltend unbeständige Witterung dazu, dass sich die Herbstarbeiten zusammendrängen. „Jede Hand wird gebraucht, wir arbeiten an der Belastungsgrenze“, lässt Naumann durchblicken. Während Raps (291 ha), Vermehrungsweizen (30 ha), Ackergras (24 ha) und Zwischenfrüchte (70 ha) bestellt sind, warten die Landwirte noch mit der Aussaat der Wintergerste. „Die Gerste mag es nicht, wenn sie in den feuchten Boden geschmiert wird. Bleibt es unbeständig, machen wir mit dem Weizen weiter“, so Naumann. Nebenher wurden der vierte Schnitt Luzernegras und der dritten Schnitt vom Grünland geerntet. Die Mahd der extensiven Weideflächen am Standort Kassow musste wegen Regen abgebrochen werden. Ende dieser Woche steht der Start in die letzte Ernte des Jahres an. Auf 164 ha sind sehr gute Maisbestände herangewachsen. „Wir überlegen, ob wir einen Teil als Körnermais ernten und im Schlauch silieren. Aber dazu muss das Wetter mitspielen“, kommt Kathrin Naumann noch einmal auf den großen Unsicherheitsfaktor der Erntesaison zu sprechen.

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