• 2017
  • 16.08.
  • 2017.16.08.

Endspurt

© Gerd Rinas

Am Montag war das Erntegut noch von 363 ha zu bergen.

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Uwe Müller schaut auf den Feuchtemesser und ist erleichtert. „Endlich! 16,2 Prozent sind in Ordnung. Wir können loslegen“, sagt der Abteilungsleiter Pflanzenproduktion und geht hin­über zu den Fahrern, die an diesem Montagnachmittag am Rand eines 52-ha-Weizenschlages bei Kassow nahe Rostock auf sein Startsignal warten. Thomas Kretschmann und Christian Schlingelhof lassen die Motoren der Mähdrescher an. Auch die Abfahrer um Ronald Bünger eilen zu ihren Traktoren.

„Bei der Wintergerste sah es sehr gut aus. Beim Auftakt am 9. Juli und an den folgenden Tagen spielte das Wetter noch mit.
92 dt/ha sind ein sehr gutes Ergebnis, fast vier Dezitonnen über dem langjährigen Mittel“, sagt Geschäftsführerin Dr. Kathrin Naumann. Aufgrund des hohen Ertrages sollen nun 400 t Wintergerste verkauft werden, die übrige Menge geht in die Schweinefütterung.

Beim Winterraps sind die Benitzer Landwirte von einem sehr guten Ertrag weit entfernt. 260 ha sind mit Raps bestellt, von 200 ha war das Erntegut zu Wochenbeginn geborgen. „Durchschnittlich 31 dt/ha stehen bisher zu Buche. Wir hatten deutlich mehr erwartet“, zeigt sich Naumann enttäuscht.

Bei der Ursachenforschung kommt sie auf die fehlende Beize zu sprechen. „Wir hatten im Herbst außer mit einen hohen Erdfloh- mit einem noch nicht gesehenen Läusebefall zu kämpfen. Trotz vermehrten Insektizideinsatzes ist der Raps geschwächt in den Winter gegangen. Fröste haben die Bestände zusätzlich geschädigt. Wir denken darüber nach, den Rapsanbau zurückzufahren. Im zweiten Jahr hintereinander ist der Aufwand gestiegen und der Ertrag gering“, lässt ­Naumann durchblicken. Ende der Woche soll die Rapssaat in den Boden. „Von 360 ha Winterweizen waren zu Wochenbeginn knapp 100 ha gedroschen. „Es sieht nach einem normalen bis unterdurchschnittlichen Ertrag aus“, sagt Uwe Müller. Auch die Qualitäten sind leider grenzwertig.

Außer Winterweizen stehen noch knapp 50 ha Winterraps, 70 ha Winterroggen und 35 ha Triticale zum Drusch an. Dagegen sind die Erbsen von 74 ha schon unter Dach. Die Ernte war sehr aufwendig. Ein Teil des Bestandes war ins Lager gegangen. „Um die Erbsenkörner zu schonen, haben wir nur von einer Feldseite gedroschen und Leerfahrten in Kauf genommen. Der Mehraufwand hat sich gelohnt“, freut sich Müller. 42 dt/ha sind ein guter Ertrag, auch wenn das langjährige Mittel von 44 dt/ha nicht ganz erreicht wurde.

Unterdessen haben Thomas Kretschmann und Christian Schlingelhof das erste Korn abgebunkert. Uwe Müller hält Abfahrer Ronald Bünger an, der den A-Weizen vom Schlag Neu Kassow zum Getreidehändler ins nahegelegene Schwaan bringen will. Noch einmal nimmt der Abteilungsleiter eine Kornprobe und füllt damit den Feuchtemesser. Erneut zeigt das Gerät 16,2 Prozent an. Müller ist zufrieden. Für Montag und Dienstag hat der Wetterbericht Sonnenschein vorausgesagt. Danach soll es wieder regnen. „Wir lassen uns nicht verrückt machen. Aber ein Durchmarsch ist die Ernte in diesem Jahr nicht“, sagt Uwe Müller.

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