• 2013
  • 07.08.
  • 2013.07.08.

Dreschen bis nach Mitternacht

In der Fahrerkabine von Denny Langer ist es kühl. Das Motorengeräusch seines Lexion 760 dringt gedämpft  in die Kanzel. Seit dem 1. August ernten Langer und sein Kollege Christoph Schlingelhof im Agrarbetrieb Groß Grenz Raps. 319 Hektar sind mit der Ölfrucht bestellt. Heute, am siebenten Druschtag, ist das Ende in Sicht. „Wenn das Wetter hält, haben wir den Raps am Freitag ab“, sagt Denny Langer, während er den Drescher an einem Strommast vorbeilenkt.

Für den 26-Jährigen ist es die vierte Ernte auf dem Mähdrescher. Hitze und Staub dringen kaum in die klimatisierte Fahrerkabine. Der Laserpilot und viele andere technische Neuerungen erleichtern das Dreschen. „Praktisch sind nur noch wenige Handbewegungen notwendig. Eine Anforderung aber ist geblieben: Man muss über Stunden die Konzentration hochhalten“, sagt Denny Langer.

Zusammen mit Christoph Schlingelhof und den Abfahrern nutzt Langer das gute Druschwetter aus. Weil für das vergangene Wochenende Regen angesagt war, ernteten sie am Freitag bis nach Mitternacht. Nach dem Niederschlag am Samstag standen die beiden Drescher auch am Sonntag. Der Probedrusch im Weizen brachte nicht das erhoffte Ergebnis: „17 Prozent Feuchte waren einfach zuviel“, so Langer. Bevor sie am Montag die Maschinen auf den nächsten Rapsschlag umsetzten, ernteten die beiden  19 Hektar Erbsen ab.  Die Mähdrescher, neben dem Claas ein New Holland CR 980, sind bisher fast ohne Reparatur durchgekommen, lediglich ein Schlauch musste ersetzt werden. Ein Signal zeigt Denny Langer an, dass der Kornbunker voll ist. Er schwenkt das Abtankrohr aus.  Neben der Fahrerkabine leuchtet eine gelbe Rundumleuchte auf. Abfahrer Manfred Köhler lenkt den Transportanhänger neben den Mähdrescher und schon prasseln schwarze Rapskörner auf die Ladefläche. Es ist ein heißer Tag, der wieder ein langer Druschtag werden könnte.

„Wenn wir den Raps ab haben, ist mehr als die Hälfte der Druschfläche beerntet. Bei optimalen Bedingungen brauchen wir dann noch sechs bis acht Druschtage für Weizen, Sommertriticale und Roggen“, sagt Uwe Müller. Der Abteilungsleiter Pflanzenproduktion ist mit dem bisherigen Kampagneverlauf zufrieden. So vorteilhaft die anhaltende Trockenheit für die Ernte ist, so sehr fehlt der Niederschlag aber an anderer Stelle:„Für den Mais und die bevorstehende Rapsbestellung wäre Regen gut“, sagt Müller, wohl wissend, dass alles Gute selten beisammen ist.

 

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