• 2014
  • 25.06.
  • 2014.25.06.

Der Natur zuliebe

© Gerd Rinas

Flächentausch perfekt: Simone Schmitt, Landgesellschaft (re.), Rainer Tschirner und Mitarbeiterin Elke Bruck sind sich einig.

Als die Gemeindevertreter von Bröbberow vor einiger Zeit beschlossen, das Flüsschen Beke in seinem Mittellauf auf sieben Kilometern zu renaturieren, löste das bei den betroffenen Flächeneigentümern nicht gerade Begeisterung aus. „Auch alle Landwirte waren zunächst dagegen“, erinnert sich Rainer Tschirner.

Die ablehnende Haltung der Berufskollegen kommt für den Geschäftsführer des Agrarbetriebes Groß Grenz nicht von ungefähr: „Der Unterlauf der Beke zwischen Bröbberow und Schwaan wurde von 1990 bis 2012 nicht mehr wasserwirtschaftlich unterhalten. Der Wasserstand stieg um 36 Zentimeter! Die Vorflut war nicht mehr in dem Maß gewährleistet wie vorher. Das können wir Landwirte nicht akzeptieren, dadurch ist die Bewirtschaftung der anliegenden Flächen gefährdet“, erläutert Tschirner. Die Sorge der Landwirte: Auch die Renaturierung im Mittellauf der Beke könnte sich negativ auf die Vorflut auswirken.

Nach Gesprächen mit Experten haben sich die Gemüter etwas beruhigt. Die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern ist von der Gemeinde Bröbberow mit der Planung und Betreuung des Projektes beauftragt worden. Dazu gehört, Flächen anzukaufen beziehungsweise zu tauschen, damit der begradigte Fluß in sein ursprünglich geschlängeltes Bett zurückkehren kann. Mitarbeiterin Simone Schmitt hat alle betroffenen Flächeneigentümer angeschrieben, das Vorhaben erläutert und erste Gespräche geführt. Heute hat sie im Agrarbetrieb Groß Grenz einen Termin. Geschäftsführer Tschirner ist grundsätzlich bereit, 1,68 ha Grünland gegen eine gleichwertige Fläche an anderer Stelle zu tauschen, der Natur zuliebe. Unter einer Voraussetzung: „Die Vorflut darf sich durch das Vorhaben nicht verschlechtern“.

Simone Schmitt kennt die Bedenken der Eigentümer. Andererseits sollen Grunderwerb und die Sicherung der Flächen in diesem Jahr abgeschlossen werden. Für das Vorhaben können Fördermittel abgerufen werden, die für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie bereitgestellt sind. „Die Frist läuft im Juni 2015 ab. Bis dahin muss das Geld ausgegeben sein“, deutet Simone Schmitt einen gewissen Zeitdruck an.

Von neun betroffenen privaten Flächeneigentümern haben bisher vier dem Vorhaben bedingungslos zugestimmt. Es bleibt noch viel Arbeit, um das Projekt zu einem guten Ende zu führen.

Gerd Rinas

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